Ein Service Area Business richten Sie im Google-Unternehmensprofil ein, indem Sie die Option „Ich liefere Waren und Dienstleistungen an meine Kunden“ aktivieren, die Geschäftsadresse aus der öffentlichen Anzeige entfernen und stattdessen ein Einzugsgebiet aus bis zu 20 Städten, Postleitzahlen oder Regionen angeben. Google zieht dafür eine feste Grenze: Das gesamte Einzugsgebiet sollte nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom tatsächlichen Standort entfernt liegen. Die Adresse selbst müssen Sie trotzdem intern hinterlegen – nur eben nicht öffentlich anzeigen, wenn dort keine Kundschaft empfangen wird.
Ob Ihr Betrieb überhaupt ein Service Area Business oder ein klassischer Standort mit Publikumsverkehr ist, ist eine Grundentscheidung beim Anlegen des Profils – die Basics dazu erklärt unser Ratgeber zum Anlegen eines Google-Unternehmensprofils. Dieser Artikel geht auf die Einrichtung des Einzugsgebiets im Detail ein.
Wann ein Service Area Business die richtige Wahl ist
Die Grundfrage lautet: Kommen Kundinnen und Kunden zu Ihnen, oder fahren Sie zu ihnen? Ein Malerbetrieb, ein Gebäudereiniger, ein mobiler Fensterputzer oder ein Notdienst wie Schlüsseldienst oder Rohrreinigung arbeiten grundsätzlich beim Kunden vor Ort und haben oft nicht einmal einen repräsentativen Empfangsbereich – für sie ist das Service Area Business die richtige Einstellung. Eine Anwaltskanzlei oder ein Ladengeschäft, in das Mandanten oder Kundschaft aktiv kommen, braucht dagegen die sichtbare Adresse, weil genau diese Information für die Google-Suche relevant ist. Ein Betrieb, der beides tut – etwa ein Sanitärbetrieb mit einem kleinen Ausstellungsraum, der aber die meisten Aufträge beim Kunden zu Hause ausführt – fällt in eine dritte Kategorie, die weiter unten erklärt wird. Für die bedienten Orte gilt dabei: Eine gemeinsame, gut gepflegte Website schlägt in der Praxis oft mehrere dünne Ortsseiten – wann sich eigene Ortsseiten wirklich lohnen, zeigt unser separater Ratgeber dazu.
| Profiltyp | Adresse sichtbar? | Einzugsgebiet nötig? | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Service Area Business | Nein | Ja, bis zu 20 Gebiete | Mobiler Fensterputzer ohne Ladengeschäft |
| Standort mit Publikumsverkehr | Ja | Nein | Anwaltskanzlei mit Mandantenverkehr |
| Hybrid-Unternehmen | Ja | Ja, zusätzlich | Sanitärbetrieb mit Ausstellungsraum und Vor-Ort-Service |
So richten Sie das Einzugsgebiet ein
In der Profilbearbeitung wählen Sie unter „Standort“ die Option, dass Sie Kundschaft an deren Adresse besuchen, statt an einer eigenen Adresse zu empfangen. Anschließend tragen Sie die bedienten Gebiete ein – Google akzeptiert dafür Städte, Postleitzahlen oder größere Regionen und schlägt beim Tippen passende Vorschläge vor. Insgesamt sind maximal 20 Einzugsgebiete zulässig, danach lässt sich kein weiteres mehr hinzufügen. Änderungen an dieser Einstellung werden laut Google nicht sofort übernommen, sondern können bis zu 48 Stunden zur Prüfung und Anzeige benötigen – wer kurz vor einer wichtigen Kampagne noch Gebiete ergänzt, sollte diesen Vorlauf einplanen.
Die Zwei-Stunden-Regel: wie weit darf das Gebiet reichen
Google zieht eine klare, wenn auch ungefähre Grenze: Die gesamte Ausdehnung des Einzugsgebiets sollte nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom tatsächlichen Unternehmensstandort entfernt liegen. Ein Beispiel: Ein Handwerksbetrieb mit Sitz in Aachen kann Köln, Düsseldorf oder Bonn realistischerweise als Einzugsgebiet angeben, da sie alle innerhalb dieser Fahrzeit liegen. Berlin oder München als Einzugsgebiet einzutragen, nur weil dort ebenfalls Nachfrage vermutet wird, widerspricht dagegen der Regel deutlich – und schadet der Sichtbarkeit eher, als sie zu erweitern, weil Google Profile mit unrealistisch großen Einzugsgebieten als weniger vertrauenswürdig einstuft – warum ein Profil trotzdem nicht im Local Pack erscheinen kann, erklärt unser separater Ratgeber dazu.
Hybrid-Unternehmen: Adresse und Einzugsgebiet gleichzeitig
Wer sowohl Kundschaft am eigenen Standort empfängt als auch regelmäßig zu Kunden fährt, muss sich nicht für eine der beiden Varianten entscheiden. Google erlaubt in diesem Fall, die Adresse sichtbar zu lassen und zusätzlich ein Einzugsgebiet zu hinterlegen. Praktisches Beispiel: Ein Sanitärbetrieb mit kleinem Schauraum für Badausstellungen zeigt die Adresse für Kundschaft, die sich vor Ort informieren möchte, trägt aber zusätzlich die umliegenden Gemeinden als Einzugsgebiet ein, weil der Großteil der eigentlichen Installationsarbeiten beim Kunden zu Hause stattfindet. Wird der eigene Betrieb dagegen komplett ohne Geschäftsräume von zu Hause aus geführt, gelten bei der Adresse zusätzliche Besonderheiten – unser separater Ratgeber dazu zeigt, worauf dabei zu achten ist.
Interaktiv: Welches Profil passt zu Ihrem Betrieb?
Beantworten Sie eine Frage, um eine konkrete Einschätzung zu erhalten:
Häufige Fehler beim Einzugsgebiet
- Zu große Gebiete: Ganze Bundesländer oder gar deutschlandweite Angaben, die weit über die Zwei-Stunden-Regel hinausgehen und Google-intern als unglaubwürdig eingestuft werden.
- Zusammenhangslose Einzelorte: Städte, die zwar innerhalb der Fahrzeit liegen, aber geografisch verstreut sind, statt ein zusammenhängendes Gebiet um den Standort zu bilden.
- Adresse trotz Umstellung weiter sichtbar: Ein Betrieb stellt intern auf reinen Vor-Ort-Service um, vergisst aber, die Adresse aus der öffentlichen Anzeige zu entfernen – für Google bleibt es dann ein klassischer Standort mit widersprüchlichen Signalen.
- Ungeduld bei Änderungen: Nach dem Ergänzen neuer Gebiete wird sofort mit sichtbaren Effekten gerechnet, obwohl Google bis zu 48 Stunden für die Prüfung braucht.
Ein konkretes Beispiel für eine typische Korrektur: Ein Gebäudereiniger hatte beim Anlegen seines Profils versehentlich sowohl die private Wohnadresse des Inhabers sichtbar gelassen als auch ein bundesweites Einzugsgebiet eingetragen, weil er theoretisch überall hinfahren würde. Nach der Umstellung auf ein sauberes Service Area Business – Adresse ausgeblendet, Einzugsgebiet auf die tatsächlich realistisch bediente Region von rund 90 Minuten Fahrzeit begrenzt – wirkte das Profil für Google wieder wie ein glaubwürdiger, lokal verankerter Betrieb statt wie ein beliebiger Eintrag ohne erkennbaren Bezug zu einem Standort.
Die Grundregeln bleiben dabei dieselben wie bei jedem Google-Unternehmensprofil: Die Primärkategorie sollte unabhängig vom Profiltyp so präzise wie möglich gewählt werden – ein Service Area Business profitiert davon genauso wie ein Standort mit fester Adresse. Wie growen Google-Unternehmensprofile im Rahmen der lokalen Sichtbarkeit laufend betreut, zeigt unsere Seite zur lokalen Google-Sichtbarkeit.