Attribute im Google-Unternehmensprofil sind Zusatzangaben wie Barrierefreiheit, Zahlungsmethoden, Serviceoptionen oder Unternehmensidentität, die laut Google „die Sichtbarkeit bei relevanten Suchanfragen erhöhen“ können – weit mehr als nur Öffnungszeiten oder der Firmenname. Welche Attribute überhaupt zur Auswahl stehen, hängt von der gewählten Primärkategorie ab, und laut der Whitespark-Studie zu lokalen Ranking-Faktoren 2026 zählen selbst eingetragene Attribute (Rang 81 von 187 Faktoren) deutlich mehr als von Kundschaft vorgeschlagene Attribute (Rang 104).
Attribute lassen sich erst sinnvoll pflegen, wenn das Profil überhaupt existiert – falls noch nicht geschehen, zeigt unser Ratgeber zum Anlegen eines Google-Unternehmensprofils, wie das funktioniert.
Welche Arten von Attributen es gibt
- Barrierefreiheit: Angaben dazu, ob Eingang, Toiletten, Sitzgelegenheiten, Parkplätze und Aufzüge rollstuhlgerecht sind oder Hörhilfen angeboten werden.
- Unternehmensidentität: Kennzeichnungen wie „von Frauen geführt“ oder „Kleinunternehmen“, mit denen sich ein Betrieb laut Google „von Mitbewerbern abheben und eine Verbindung zu Kunden aufbauen“ kann.
- Serviceoptionen: etwa Vor-Ort-Service, Online-Terminvereinbarung oder Lieferung – besonders relevant für Handwerksbetriebe, die zu ihrer Kundschaft fahren.
- Zahlungsmethoden: akzeptierte Zahlarten wie Kartenzahlung, Barzahlung oder mobile Bezahldienste.
- Recycling: Angaben dazu, ob und welche Materialien (Batterien, Elektronik, Kunststoff) angenommen werden – relevant etwa für Handwerksbetriebe mit Entsorgungsservice.
Wie viele dieser Attribute tatsächlich angeboten werden, hängt stark vom jeweiligen Anbieter ab: Während bei einer Handwerkerkategorie oft nur eine Handvoll Attribute zur Auswahl steht, listet Google bei publikumsintensiven Kategorien wie Restaurants deutlich mehr Optionen auf, etwa zu Sitzplätzen im Freien oder zur Familienfreundlichkeit. Wer die eigene Kategorie zu allgemein wählt, bekommt dadurch häufig auch eine unpassendere, weniger treffende Attributliste angezeigt.
Warum Attribute von der Kategorie abhängen
Nicht jedes Attribut steht jedem Betrieb zur Verfügung – welche Auswahl angezeigt wird, richtet sich nach der gewählten Primärkategorie. Ein Malerbetrieb sieht deshalb andere Attribute als ein Restaurant: Statt „Außenbereich vorhanden“ oder „Reservierung möglich“ erscheinen bei ihm eher „Vor-Ort-Service“ oder branchenspezifische Serviceoptionen. Wird die Kategorie später geändert, ändert sich damit auch die verfügbare Attributliste – ein weiterer Grund, die Kategorie von Anfang an sorgfältig zu wählen, statt sie später mehrfach anzupassen.
Selbst eintragen statt der Community überlassen
Die Studie unterscheidet ausdrücklich zwischen Attributen, die ein Betrieb selbst einträgt, und solchen, die durch Vorschläge anderer Google-Nutzer entstehen – etwa wenn Google Kundschaft nach einem Besuch fragt, ob ein Standort barrierefrei war. Diese sogenannten Crowd-Sourced-Attribute wiegen mit Rang 104 spürbar weniger als selbst eingetragene Angaben (Rang 81) oder Attribute zur Unternehmensidentität (Rang 86). Ein Beispiel: Ein Sanitärbetrieb hat nie selbst angegeben, ob Kartenzahlung möglich ist. Nach einigen Kundenbesuchen schlägt ein Nutzer das Attribut „Akzeptiert Kartenzahlungen“ vor, das Google nach einer gewissen Bestätigungsschwelle übernimmt – bis dahin vergehen aber Wochen oder Monate, in denen das Attribut schlicht fehlt. Die praktische Konsequenz: Wer Attribute dem Zufall überlässt und darauf wartet, dass Kundschaft sie irgendwann bestätigt, verschenkt Wirkung, die durch aktives Ausfüllen im Profil sofort verfügbar wäre.
| Attributtyp | Rang (von 187) | Wer trägt es ein |
|---|---|---|
| Selbst hinzugefügt | 81 | Sie selbst im Profil |
| Unternehmensidentität | 86 | Sie selbst im Profil |
| Community-vorgeschlagen | 104 | Kundschaft über Google-Nachfragen |
Wo Sie Attribute finden und bearbeiten
Attribute liegen nicht bei den Grundangaben wie Name oder Adresse, sondern in einem eigenen, oft übersehenen Bereich: In der Profilbearbeitung unter „Mehr“ verstecken sich meist deutlich mehr Optionen, als beim ersten Anlegen des Profils sichtbar waren, weil Google mit der Zeit neue Attribute für dieselbe Kategorie ergänzt. Ein Beispiel dafür, warum sich ein erneuter Blick lohnt: Ein Betrieb, der sein Profil vor zwei Jahren angelegt hat, findet dort inzwischen möglicherweise Attribute, die es zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht gab – Google passt die verfügbaren Optionen laut eigener Angabe fortlaufend an die tatsächlich verwendeten Suchbegriffe an. Wer diesen Bereich seit der Ersteinrichtung nicht mehr geöffnet hat, verpasst damit unter Umständen neue, zutreffende Attribute, die inzwischen verfügbar wären.
Interaktiv: Attribute-Schnellcheck
Haken Sie ab, welche Attribut-Bereiche Sie bereits selbst gepflegt haben:
Ein Beispiel: wie ein einziges Attribut den Unterschied macht
Eine Anwaltskanzlei mit barrierefreiem Zugang trägt dieses Attribut im Profil ein. Sucht jemand gezielt nach „barrierefreie Kanzlei [Stadt]“ oder filtert in Google Maps nach Barrierefreiheit, taucht die Kanzlei in dieser Auswahl auf – eine zweite Kanzlei mit identisch gutem Zugang, aber ohne eingetragenes Attribut, bleibt für genau diese Suchanfrage unsichtbar, obwohl sie inhaltlich ebenso gut geeignet wäre. Das Attribut ändert nichts an der tatsächlichen Barrierefreiheit vor Ort – es macht sie nur für Google und damit für Suchende überhaupt auffindbar.
Wie oft sich ein Blick in die Attribute lohnt und welche anderen Pflegeaufgaben regelmäßig anfallen, zeigt unser Ratgeber zur laufenden Profilpflege. Wer diese Pflege nicht allein übernehmen möchte, findet eine Übersicht dazu, wie growen Google-Unternehmensprofile im Rahmen der lokalen Sichtbarkeit betreut, auf unserer Seite zur lokalen Google-Sichtbarkeit.