Nicht die Anzahl der Fotos entscheidet über den Effekt im Google-Unternehmensprofil, sondern deren Relevanz zur Kategorie und Aktualität: Laut der Whitespark-Studie zu lokalen Ranking-Faktoren 2026 liegt die reine Fotoanzahl nur auf Rang 96 von 187 Faktoren, während Relevanz zur Kategorie (Rang 78) und Aktualität (Rang 89) deutlich höher eingestuft werden. Noch überraschender: Fotos, die Kundschaft selbst hochlädt, zählen mit Rang 76 sogar mehr als die schiere Menge der vom Betrieb selbst hochgeladenen Bilder.
Bevor Fotos überhaupt eine Rolle spielen können, muss das Profil existieren – falls das noch aussteht, zeigt unser Ratgeber zum Anlegen eines Google-Unternehmensprofils, wie das funktioniert.
Googles offizielle Foto-Kategorien
Google unterscheidet offiziell drei Foto-Arten im Unternehmensprofil: das Logo („Durch ein Logo erkennen Kunden Ihr Unternehmen auf Google leichter“), das Titelbild („Fügen Sie oben im Profil ein Titelbild ein, das gut zu Ihrem Unternehmen passt“) und unternehmensspezifische Fotos, mit denen sich laut Google „Besonderheiten Ihres Unternehmens hervorheben“ lassen – konkret empfohlen werden dabei Außenaufnahmen aus mehreren Richtungen, Innenaufnahmen, die die Atmosphäre zeigen, Produktfotos und informellere Mitarbeiterfotos für eine persönliche Note. Diese Kategorien gelten speziell für das Google-Unternehmensprofil – welche und wie viele Fotos zusätzlich auf der eigenen Website sinnvoll sind, zeigt unser Ratgeber zur Foto-Anzahl auf der Betriebs-Website. Wie die einzelnen Kategorien in der Praxis aussehen können, zeigen diese drei Beispielfotos:



Beispielfotos zur Veranschaulichung: PJH, Barn Images und Toolmash Expo via Unsplash – keine echten Kundenfotos von growen.
Was laut Studie wirklich zählt – und was nicht
Die Whitespark-Studie bewertet acht foto-bezogene Faktoren im Rahmen der „GBP Signals“. Fünf davon sind direkt vom Betrieb beeinflussbar und zeigen eine klare Reihenfolge, die von vielen Foto-Ratgebern im Netz nicht abgebildet wird:
| Faktor | Rang (von 187) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Von Kunden hochgeladene Fotos | 76 | Am wichtigsten der fünf Faktoren |
| Relevanz der Fotos zur Kategorie | 78 | Fast ebenso wichtig |
| Aktualität der hochgeladenen Fotos | 89 | Mittleres Gewicht |
| Anzahl der Fotos im Profil | 96 | Geringer als oft angenommen |
| Geotaggte Fotos | 187 | Letzter Platz aller 187 Faktoren |
Warum Kundenfotos mehr wiegen als eigene
Dass von Kundschaft hochgeladene Fotos (Rang 76) höher eingestuft werden als die reine Menge eigener Uploads (Rang 96), liegt daran, dass Google darin ein glaubwürdigeres Signal für echten Kundenverkehr sieht als selbst produzierte Bilder. Ein Beispiel: Zwei Malerbetriebe haben je 15 Fotos im Profil. Betrieb A hat alle 15 selbst professionell fotografieren lassen, Betrieb B hat nur 5 eigene Fotos, dafür aber 12 weitere von zufriedener Kundschaft nach Projektabschluss hochgeladen. Nach der Studienlage steht Betrieb B trotz insgesamt weniger Fotos tendenziell besser da, weil ein relevanter Teil davon als Kundenfoto gilt. Wer Kundschaft aktiv bittet, nach Abschluss eines Auftrags ein Foto zum eigenen Bewertungseintrag hinzuzufügen, nutzt diesen Effekt gezielt, statt ihn dem Zufall zu überlassen.
Aktualität schlägt reine Menge
Auch der Vergleich zwischen Aktualität (Rang 89) und Anzahl (Rang 96) zeigt einen Effekt, der in der Praxis oft ignoriert wird. Ein Beispiel: Ein Dachdeckerbetrieb hat vor drei Jahren einmalig 40 Fotos hochgeladen und seither nichts ergänzt. Ein zweiter Betrieb lädt seit einem Jahr monatlich 2-3 neue Fotos hoch und kommt damit auf insgesamt nur 25 Bilder. Trotz der geringeren Gesamtzahl signalisiert der zweite Betrieb durch die laufende Aktualität ein aktives, gepflegtes Profil – ein Kriterium, das laut Studie stärker wiegt als die reine Bildermenge. Wie sich diese laufende Pflege am besten organisieren lässt, erklärt unser Ratgeber zur Profilpflege.
Der Geotagging-Mythos
In vielen älteren SEO-Ratgebern taucht der Tipp auf, Fotos vor dem Hochladen mit GPS-Koordinaten des Standorts zu versehen, um dem Local Pack den Standortbezug zu signalisieren. Die Whitespark-Studie widerlegt das deutlich: Geotaggte Fotos landen mit Rang 187 von 187 auf dem letzten Platz aller untersuchten Faktoren – noch hinter deutlich exotischeren Signalen. Die Zeit, die in das manuelle Geotagging einzelner Bilder investiert wird, ist in aller Regel besser in aktuelle, kategorierelevante Aufnahmen investiert.
Technische Vorgaben, die oft übersehen werden
Google gibt für Fotos im Unternehmensprofil klare technische Grenzen vor: Dateiformat JPG oder PNG, Dateigröße zwischen 10 KB und 5 MB, empfohlene Auflösung 720 x 720 Pixel und eine Mindestauflösung von 250 x 250 Pixel. Bei der Bildqualität wird Google in den eigenen Richtlinien deutlich: Fotos „sollten scharf und gut ausgeleuchtet sein“ und „nicht zu viele Filter oder KI-Tools“ verwenden – es komme „auf die realistische Darstellung“ an. Ein zu stark bearbeitetes oder komplett KI-generiertes Vorher-Nachher-Bild verstößt damit gegen die eigenen Google-Vorgaben, selbst wenn es technisch hochauflösend ist. Wie sich damit zusammenhängende Zusatzangaben wie Barrierefreiheit oder Serviceoptionen ergänzen lassen, zeigt unser Ratgeber zu Google-Attributen.
Interaktiv: Foto-Kategorien-Schnellcheck
Haken Sie ab, welche Foto-Kategorien in Ihrem Profil bereits vorhanden sind:
Fazit: Qualität und Pflege statt reiner Menge
Wer nur auf eine hohe Fotoanzahl setzt, verschenkt nach dieser Datenlage Potenzial gegenüber Betrieben, die stattdessen auf Relevanz zur eigenen Primärkategorie, laufende Aktualität und aktiv eingeworbene Kundenfotos setzen. Wie growen Google-Unternehmensprofile im Rahmen der lokalen Sichtbarkeit betreut, zeigt unsere Seite zur lokalen Google-Sichtbarkeit.