Ratgeber

Largest Contentful Paint verbessern: Die häufigsten Ursachen

September 27, 2026 5 Min. Lesezeit

Ein schlechter LCP-Wert hat laut Google fast immer eine von vier Ursachen: eine zu langsame Serverantwort (TTFB, rund 40 Prozent der Gesamtzeit), eine Verzögerung, bevor der Browser mit dem Laden des größten Elements überhaupt beginnt, die eigentliche Ladedauer dieses Elements selbst (ebenfalls rund 40 Prozent und bei Betriebs-Websites fast immer ein zu großes Foto), oder eine Verzögerung beim tatsächlichen Rendern. Wer diese vier Bausteine kennt, findet die eigene Ursache meist in wenigen Minuten und kann den Largest Contentful Paint gezielt verbessern, statt wahllos an der Website herumzuschrauben.

Die vier Bausteine der LCP-Zeit

Laut Googles eigener Dokumentation lässt sich jeder LCP-Wert lückenlos in vier Abschnitte zerlegen, für die Google sogar grobe Zielwerte als Orientierung nennt:

LCP-Baustein Bedeutung Zielanteil
Time to First Byte (TTFB) Zeit bis zur ersten Serverantwort ~ 40 %
Resource Load Delay Verzögerung vor dem Laden des LCP-Elements < 10 %
Resource Load Duration Tatsächliche Ladedauer des Elements ~ 40 %
Element Render Delay Verzögerung beim Rendern nach dem Laden < 10 %

Wichtig dabei: Diese Prozentsätze sind laut Google Richtwerte, keine starren Regeln – liegt der Gesamtwert bereits unter 2,5 Sekunden, spielt die genaue Verteilung keine Rolle mehr.

Ursache 1: Ein zu großes, unkomprimiertes Foto (Resource Load Duration)

Mit rund 40 Prozent der Gesamtzeit ist die tatsächliche Ladedauer des größten Elements der stärkste Hebel – und bei den meisten Betriebs-Websites ist dieses Element ein Foto. Unsere eigene Stichprobe realer Handwerksbetrieb-Websites zeigte Werte zwischen 5,4 und 12,6 Sekunden LCP, in allen Fällen maßgeblich verursacht durch unkomprimierte, zu große Fotos. Wie viele Fotos eine Website braucht und wie sie richtig komprimiert werden, zeigt unser Ratgeber zur richtigen Foto-Anzahl. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein 4-MB-Foto direkt von der Kamera, ohne jede Kompression als Hintergrundbild der Startseite eingebunden, kann allein für diesen einen Baustein mehrere Sekunden benötigen – ein auf 150 KB komprimiertes WebP-Bild lädt dagegen in einem Bruchteil dieser Zeit. Wie genau Format, Größe und Lazy Loading dafür zusammenspielen, erklärt unser Ratgeber zur Bildoptimierung.

Ursache 2: Eine langsame Serverantwort (TTFB)

Die Zeit bis zur ersten Serverantwort soll laut Google rund 40 Prozent der LCP-Zeit ausmachen – wird dieser Wert bereits einzeln überschritten, ist ein guter Gesamtwert kaum noch erreichbar. Häufigste Ursachen sind ein überlasteter oder geografisch weit entfernter Server sowie mehrfache Weiterleitungen, etwa über Anzeigen-Tracking-Links, die laut Google-Dokumentation selbst bei einer ansonsten schnellen Website zu einer schlechten TTFB führen können. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb bucht den günstigsten Shared-Hosting-Tarif, auf dem gleichzeitig hunderte fremde Websites laufen – bei hoher Auslastung des gemeinsamen Servers steigt die Antwortzeit für alle Websites auf diesem Server gleichzeitig an, unabhängig vom eigenen Code.

Ursache 3: Verzögerung vor dem Laden des Elements

Selbst wenn Serverantwort und Ladedauer für sich genommen gut sind, kann eine Lücke dazwischen entstehen – etwa weil der Browser das größte Element erst entdeckt, nachdem CSS-Dateien oder JavaScript vollständig verarbeitet wurden. Für genau diesen Fall empfiehlt Google einen sogenannten Preload-Hinweis: <link rel="preload"> im HTML-Code weist den Browser an, eine bestimmte Ressource sofort und mit hoher Priorität zu laden, statt erst nach dem restlichen Seitenaufbau. Besonders relevant ist das laut Google-Dokumentation für Hintergrundbilder, die per CSS eingebunden sind, oder für Web-Schriftarten, die für die größte Textzeile benötigt werden – beides lässt sich vom Browser sonst erst spät im Ladevorgang entdecken. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Hero-Bild wird nicht direkt als <img>-Tag, sondern als CSS-Hintergrundbild eines Abschnitts eingebunden – der Browser entdeckt dieses Bild dadurch erst, nachdem er das komplette CSS heruntergeladen und ausgewertet hat, was gerade auf langsameren mobilen Verbindungen mehrere hundert Millisekunden zusätzliche Verzögerung bedeuten kann.

Ursache 4: Verzögertes Rendern nach dem Laden

Der letzte Baustein betrifft die Zeit zwischen fertig geladener Ressource und tatsächlich sichtbarem Element – meist verursacht durch render-blockierendes CSS oder JavaScript, das der Browser erst vollständig verarbeiten muss, bevor er überhaupt etwas anzeigen darf. Bei WordPress-Websites mit umfangreichen Seiten-Baukasten-Plugins ist das ein besonders häufiges Muster: Jedes zusätzliche Plugin kann eigenes CSS und JavaScript nachladen, das die Seite blockiert, noch bevor das eigentliche Foto überhaupt sichtbar wird – ein Zusammenhang, den unser Ratgeber zu Baukasten oder individueller Website anhand realer Messwerte einordnet. In der dortigen Stichprobe kamen zwei WordPress-Websites mit umfangreichem Seiten-Baukasten-Plugin auf 7,8 beziehungsweise 12,6 Sekunden LCP, während eine schlanke, individuell entwickelte Website auf denselben Inhalt in 2,5 Sekunden kam – ein Unterschied, der sich zu einem erheblichen Teil auf genau diesen letzten Baustein zurückführen lässt.

Interaktiv: Ihr LCP-Ursachen-Check

Prüfen Sie, welche der vier Ursachen bei Ihrer Website bereits ausgeschlossen sind:

Ihr LCP-Ursachen-Check
0 von 5 Punkten erfüllt.

Fazit: Meist reicht die Behebung einer einzigen Ursache

Ein schlechter LCP-Wert lässt sich fast immer auf einen der vier Bausteine zurückführen – bei Betriebs-Websites am häufigsten auf ein zu großes Foto, gefolgt von einer zu langsamen Serverantwort. Wie sich der eigene Wert im PageSpeed-Insights-Bericht überhaupt findet und richtig einordnet, zeigt unser Ratgeber zu PageSpeed Insights. Was LCP im Zusammenspiel mit INP und CLS insgesamt bedeutet, erklärt unser Ratgeber zu Core Web Vitals. Warum ein guter Labor-Wert trotzdem nichts über die echte Nutzererfahrung aussagen muss, erklärt unser Ratgeber zu Labor- und Felddaten.

Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Ursachen für einen schlechten LCP-Wert?

Vier Bausteine ergeben zusammen den LCP-Wert: die Serverantwortzeit (TTFB, rund 40 Prozent), eine Verzögerung vor dem Laden des größten Elements, die eigentliche Ladedauer dieses Elements selbst (meist rund 40 Prozent und bei Betriebs-Websites fast immer ein zu großes Foto) sowie eine Verzögerung beim tatsächlichen Rendern.

Wie viel der LCP-Zeit sollte auf die Serverantwort (TTFB) entfallen?

Laut Google sollte die Serverantwortzeit (Time to First Byte) etwa 40 Prozent der gesamten LCP-Zeit ausmachen. Häufigste Ursachen für eine zu lange TTFB sind ein zu weit entfernter oder überlasteter Server sowie mehrfache Weiterleitungen, etwa über Anzeigen-Tracking-Links.

Was ist ein Preload und wie hilft es beim LCP?

Ein Preload ist ein Hinweis im HTML-Code über ein link-Element mit dem Attribut rel=preload, der dem Browser mitteilt, eine bestimmte Ressource - etwa das größte Foto der Seite - sofort und mit hoher Priorität zu laden, statt erst nach dem restlichen CSS und JavaScript. Das verkürzt gezielt die Verzögerung vor dem eigentlichen Laden des LCP-Elements.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

Bereit, gefunden zu werden?

Kostenloses Angebot anfragen — um zu wissen, wo Sie heute stehen.

Kostenloses Angebot anfragen