Eine OnPage-SEO-Checkliste für Einsteiger besteht aus sieben Prüfpunkten pro Seite: ein einzigartiger Title mit dem Hauptbegriff, eine eigene Meta-Description, genau eine H1, gliedernde Zwischenüberschriften, der Hauptbegriff im Fließtext, beschreibende Alt-Texte und interne Links. Welche davon wirklich Standard sind, haben wir an 20 Top-Treffern für vier Kostenanfragen gemessen: Den Hauptbegriff im Title hatten alle 20, eine Meta-Description 19 und den Hauptbegriff in der H1 18. Die oft zitierte 60-Zeichen-Grenze beim Title hielten dagegen nur 12 ein, und vollständige Alt-Texte hatten nur 8 von 18 Seiten mit mindestens drei Bildern.
Die OnPage-SEO-Checkliste auf einen Blick
OnPage-SEO umfasst alles, was Sie direkt auf der einzelnen Seite steuern. Die Tabelle ordnet die sieben Prüfpunkte nach Priorität: Die vier „Muss“-Punkte entscheiden darüber, ob Google und Besucher eine Seite überhaupt dem Thema zuordnen können, die drei „Sollte“-Punkte verfeinern das Ergebnis.
| Prüfpunkt | Was Sie prüfen | Priorität |
|---|---|---|
| Title | Hauptbegriff vorn, für jede Seite einzigartig, nicht „Startseite“ | Muss |
| H1 | Genau eine pro Seite, enthält den Hauptbegriff | Muss |
| Meta-Description | Eigener Text pro Seite, nennt den konkreten Nutzen der Seite | Muss |
| Fließtext | Hauptbegriff in den ersten Sätzen, die Antwort steht zuerst | Muss |
| Zwischenüberschriften | H2 gliedern die Seite nach den Fragen der Kunden | Sollte |
| Interne Links | Mindestens zwei bis drei Links auf passende eigene Seiten | Sollte |
| Alt-Texte | Jedes inhaltliche Bild beschreibt in einem Satz, was zu sehen ist | Sollte |
Eigene Auswertung: Was Top-Seiten tatsächlich standardmäßig haben
Um die Prioritäten nicht aus dem Bauch zu setzen, haben wir für vier Kostenanfragen (Badsanierung, Heizung, Fliesenleger, Malerarbeiten) mit Ahrefs die organischen Top-Treffer in Deutschland abgerufen, Foren und Social-Media-Treffer aussortiert und von 20 Seiten Title, Meta-Description, H1 und Bild-Alt-Texte direkt aus dem HTML ausgelesen:
Anteil der 20 Top-Treffer, die das Merkmal im ausgelieferten HTML erfüllen (bei Alt-Texten 18 Seiten mit mindestens drei Bildern). Dunkelgrün: von mindestens 85 Prozent erfüllt. Drei weitere Seiten blieben unberücksichtigt: zwei mit Zugriffssperre, eine war beim Abruf technisch nicht auslesbar.
Das Bild ist eindeutig: Vier Merkmale sind praktisch Standard und decken sich mit den „Muss“-Punkten, nämlich Hauptbegriff im Title (100 Prozent), Meta-Description (95 Prozent), Hauptbegriff in der H1 (90 Prozent) und genau eine H1 (85 Prozent). Die vermeintlichen Feinheiten sind es dagegen nicht: Nur 60 Prozent halten die 60-Zeichen-Grenze beim Title ein, nur 55 Prozent liegen mit der Meta-Description zwischen 120 und 160 Zeichen, und nur 44 Prozent haben nahezu lückenlose Alt-Texte. Eine Einschränkung gehört dazu: Die Messung erfolgte im ausgelieferten HTML ohne JavaScript, bei zwei Seiten fehlte dort die H1. Dass Inhalt und Suchabsicht schwerer wiegen als Details, zeigt auch unsere Stichprobe zu technischem SEO ohne Inhalte.
Title und Meta-Description: Die zwei Zeilen in den Suchergebnissen
Laut Googles Dokumentation zu Title-Links gibt es kein festes Längenlimit, der Title wird aber passend zur Gerätebreite gekürzt; er soll beschreibend und knapp sein und kein Keyword-Stuffing enthalten. Ein Beispiel zur Einordnung: „Startseite – Mustermann GmbH“ sagt weder Google noch Besuchern, worum es geht, „Badsanierung Aachen: Ablauf, Kosten und Dauer | Mustermann“ nennt dagegen Hauptbegriff, Ort und den Nutzen. Die Praxis der Top-Treffer bestätigt die lockere Längenregel: Ihre Titles reichten von 20 bis 77 Zeichen. Bei der Meta-Description gilt laut Googles Dokumentation zu Snippets Ähnliches: kein Limit, aber Kürzung nach Gerätebreite, eine eigene Beschreibung pro Seite statt Textbausteinen, und Snippets entstehen hauptsächlich aus dem Seiteninhalt, die Meta-Description wird nur manchmal verwendet. Die Beschreibungen der Top-Treffer waren zwischen 97 und 174 Zeichen lang. Wo sich beide Felder in WordPress pflegen lassen, zeigt unser Ratgeber zu den WordPress-SEO-Einstellungen. Wie Google zusätzliche Angaben wie Öffnungszeiten oder Fragen und Antworten in einem festen Format erhält, erklärt unser Ratgeber zu strukturierten Daten.
Überschriften: Genau eine H1 und eine Gliederung nach Fragen
17 der 20 Top-Seiten hatten genau eine H1, 18 den Hauptbegriff darin. Die H1 ist damit die sichtbare Überschrift der Seite, die zum Title passen und dasselbe Thema benennen sollte. Die H2-Überschriften darunter gliedern die Seite in die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen. Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Leistungsseite „Badsanierung in Aachen“ bekommt als H1 genau diese Zeile und darunter H2-Abschnitte wie „Wie läuft eine Badsanierung ab?“, „Was kostet eine Badsanierung?“, „Wie lange dauert sie?“ und „Ein Beispielprojekt“. Jeder Abschnitt braucht dabei echten Inhalt, denn eine saubere Gliederung über dünnen Texten bringt nichts.
Fließtext und interne Links: Antwort zuerst, Verweise einbetten
Der Hauptbegriff gehört nicht nur in den Title, sondern in die ersten Sätze des Fließtexts, möglichst mit der direkten Antwort. Ein Beispiel zur Einordnung: Statt „Willkommen auf unserer Seite, wir freuen uns über Ihr Interesse“ beginnt die Seite mit „Eine Badsanierung umfasst Rückbau, Installation, Fliesenarbeiten und Montage – hier lesen Sie, wie der Ablauf aussieht und welche Faktoren den Preis bestimmen.“ Interne Links verbinden die Seite mit passenden Themen: Eine Leistungsseite sollte auf ein Referenzprojekt, eine verwandte Leistung und den Kontakt verweisen, am besten eingebettet in einen Satz statt als Linkliste. Wie Sie die Texte dafür aufbauen und ob Sie sie selbst schreiben, klärt unser Ratgeber Website-Texte selbst schreiben oder schreiben lassen.
Bilder und Alt-Texte: Beschreiben statt Keywords aufzählen
Die Google-Dokumentation zur Bild-SEO empfiehlt kurze, beschreibende Dateinamen und Alt-Texte und warnt davor, das Alt-Attribut mit Keywords zu füllen, weil das die Nutzererfahrung verschlechtert und als Spam gelten kann. Ein Beispiel zur Einordnung: „IMG_4471.jpg“ ohne Alt-Text ist eine verschenkte Chance, „Bad Badsanierung Bad renovieren Bad Kosten“ ist Keyword-Stuffing, „Neues Bad mit bodengleicher Dusche und Natursteinfliesen“ ist ideal. Das Thema wird in der Praxis oft vernachlässigt: Nur 8 von 18 untersuchten Seiten hatten bei mindestens 90 Prozent ihrer Bilder einen Alt-Text, eine Seite kam bei 330 Bildern auf nur 16 Alt-Texte. Wie Sie Format und Dateigröße der Bilder richtig wählen, zeigt unser Ratgeber zur Bildoptimierung mit WebP.
Interaktiv: Ihr OnPage-SEO-Check
Haken Sie ab, was auf Ihre wichtigste Leistungsseite bereits zutrifft:
Fazit: Erst die vier Muss-Punkte, dann die Feinheiten
Eine gute OnPage-SEO-Checkliste für Einsteiger setzt Prioritäten: Title, H1, Meta-Description und ein Fließtext mit dem Hauptbegriff in den ersten Sätzen sind bei den Top-Treffern praktisch Standard, Längenregeln und perfekte Alt-Texte dagegen nicht. Wer diese vier Punkte für jede Leistungsseite sauber umsetzt und danach Zwischenüberschriften, interne Links und Alt-Texte ergänzt, hat die OnPage-Basis gelegt, auf der Inhalte erst wirken können.