Ratgeber

Bewertungen im Recruiting: Warum Kununu & Co. auch für lokale Betriebe zählen

September 25, 2026 4 Min. Lesezeit

Bewertungen im Recruiting zählen für lokale Handwerksbetriebe deshalb, weil der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) aktuell rund 250.000 offene Stellen im Handwerk zählt, während laut einer wissenschaftlichen Studie der Wirtschaftsuniversität Wien 83,2 Prozent der Bewerber die Antworten von Arbeitgebern auf Kununu-Bewertungen lesen, bevor sie sich für oder gegen eine Bewerbung entscheiden. Anders als bei Kundenbewertungen geht es hier nicht um Sichtbarkeit in der Suche, sondern um das Vertrauen künftiger Azubis und Fachkräfte – und in einem derart angespannten Bewerbermarkt kann eine unbeantwortete schlechte Bewertung reale Bewerbungen kosten, auch bei einem kleinen Betrieb mit nur einer Handvoll Mitarbeitenden.

Der Bewerbermarkt im Handwerk: Zahlen, die die Dringlichkeit zeigen

Der ZDH nennt für die aktuelle Lage im Handwerk drei konkrete Zahlen: „Insgesamt sind derzeit geschätzt rund 250.000 Stellen im Handwerk offen“, dazu kommen „125.000 ausstehende Betriebsnachfolgen in den nächsten 5 Jahren“ und im Schnitt „20.000 Ausbildungsplätze“, die unbesetzt bleiben. Bereits seit 2015 gibt es laut Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) in handwerklichen Berufen mehr offene Stellen als arbeitslose Handwerkerinnen und Handwerker. Praktisch bedeutet das: Nicht der Betrieb wählt aus vielen Bewerbungen aus, sondern umgekehrt vergleichen Bewerber mehrere Betriebe miteinander – und ein schnell einsehbares Kununu-Profil ist dabei oft der erste Anhaltspunkt, noch vor dem persönlichen Gespräch.

Kennzahl Wert
Offene Stellen im Handwerk rund 250.000
Ausstehende Betriebsnachfolgen (5 Jahre) rund 125.000
Unbesetzte Ausbildungsplätze pro Jahr rund 20.000

Was die Wissenschaft zeigt: Bewertungsportale als Teil der Bewerbungsentscheidung

Eine Studie des Trendence Instituts im Auftrag eines interuniversitären Forschungsteams um Professor Wolfgang Mayrhofer (Wirtschaftsuniversität Wien) und Markus Latzke (IMC Fachhochschule Krems) befragte 1.528 Bewerberinnen und Bewerber, davon 1.050 Nutzer von Bewertungsportalen wie Kununu. Das zentrale Ergebnis: 83,2 Prozent der Bewerber lesen auch die Antworten der Unternehmen auf Plattformen wie Kununu, 46,4 Prozent tun dies sogar oft oder immer. Professor Mayrhofer fasst die praktische Konsequenz zusammen: Arbeitgeber können mit einer souveränen, sachlichen Antwort auf Kritik viel erreichen – wichtig sei dabei, dass die Antwort nicht nur für die verfassende Person geschrieben wird, sondern für alle Mitlesenden. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Zimmererbetrieb mit acht Mitarbeitenden erhält eine Kununu-Bewertung, die lange Arbeitstage in der Sommersaison kritisiert. Der Betrieb antwortet sachlich, bestätigt den saisonalen Rhythmus und ergänzt konkret, wie Überstunden ausgeglichen werden – genau diese Antwort lesen künftige Bewerber laut Studie mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent mit, lange bevor sie sich überhaupt bewerben.

Umgang von Bewerbern mit Arbeitgeber-Antworten auf Kununu
Lesen die Antworten des Arbeitgebers mit83,2%
Tun dies oft oder immer46,4%
Quelle: Trendence Institut / Studie der Wirtschaftsuniversität Wien (Mayrhofer, Latzke), Stichprobe 1.050 Portalnutzer von 1.528 befragten Bewerbern.

Welche Plattformen für Handwerksbetriebe überhaupt relevant sind

Im deutschsprachigen Raum dominiert für Arbeitgeberbewertungen eine einzelne Plattform klar, anders als bei Kundenbewertungen mit ihrer breiteren Streuung.

Plattform Einordnung für Handwerksbetriebe
Kununu Im DACH-Raum die mit Abstand meistgenutzte Plattform, Pflicht-Check
Glassdoor International stark, im deutschen Handwerksumfeld nachrangig
Indeed-Bewertungen An eigene Stellenanzeigen gekoppelt, bei aktiver Stellensuche relevant
Google-Bewertungen Primär kundenbezogen, wird von Bewerbern aber häufig mitgelesen

Wie ein Betrieb mit wenigen Bewertungen trotzdem punktet

Bei Arbeitgeberbewertungen kehrt sich ein Effekt aus dem Kundenbereich um: Während bei Kundenbewertungen eine größere Anzahl generell mehr Vertrauen schafft, fällt bei Kununu-Profilen mit wenigen Bewertungen jede einzelne davon überproportional stark ins Gewicht – im Guten wie im Schlechten. Ein Betrieb mit nur drei Bewertungen, von denen eine unbeantwortet negativ ist, zeigt Interessenten damit einen Drittel negative Erfahrungen, ganz unabhängig von der tatsächlichen Stimmung in der Belegschaft. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Sanitärbetrieb mit zwölf Mitarbeitenden bittet ehemalige Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss aktiv um eine ehrliche Bewertung – so entstehen innerhalb weniger Monate fünf bis sechs Bewertungen, die ein deutlich vollständigeres Bild zeichnen als eine einzelne, Jahre alte Kritik. Wie sich eine sachliche Antwort auf negative Kritik grundsätzlich aufbaut, zeigt unser separater Ratgeber dazu – die gleichen Prinzipien lassen sich direkt auf Kununu übertragen. Fertige Formulierungsansätze für unterschiedliche Bewertungstypen liefert unser Ratgeber mit Antwort-Vorlagen.

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Fazit: Arbeitgeberbewertungen sind kein Konzern-Thema

In einem Bewerbermarkt mit rund 250.000 offenen Stellen im Handwerk kann sich kein Betrieb mehr leisten, Kununu & Co. zu ignorieren – unabhängig von der eigenen Größe. Die Wissenschaft zeigt klar: Bewerber lesen mit, wie ein Betrieb auf Kritik reagiert, und ziehen daraus Rückschlüsse für die eigene Entscheidung. Wie growen die digitale Sichtbarkeit von Handwerksbetrieben insgesamt aufbaut, zeigt unsere Seite zur lokalen Google-Sichtbarkeit.

Häufige Fragen

Lohnt sich Kununu auch für kleine Handwerksbetriebe, nicht nur für Konzerne?

Ja - laut einer wissenschaftlichen Studie der Wirtschaftsuniversität Wien lesen 83,2 Prozent der Bewerber auf Bewertungsportalen auch die Antworten der Arbeitgeber, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bei kleinen Betrieben mit wenigen Bewertungen wirkt sich zudem jede einzelne davon stärker auf den sichtbaren Durchschnitt aus als bei einem Konzern mit tausenden Einträgen.

Wie wichtig sind Arbeitgeberbewertungen angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk?

Sehr wichtig - der Zentralverband des Deutschen Handwerks beziffert die aktuell unbesetzten Stellen im Handwerk auf rund 250.000, bei durchschnittlich 20.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen pro Jahr. In diesem Bewerbermarkt entscheiden sich Kandidaten aktiv gegen Betriebe mit schlechten oder unbeantworteten Bewertungen, statt sich überhaupt erst zu bewerben.

Kann ein Handwerksbetrieb auf eine schlechte Kununu-Bewertung antworten?

Ja, und laut derselben Studie lesen mitlaufende Interessenten diese Antworten aufmerksam mit - eine sachliche, ruhige Reaktion wirkt deshalb nicht nur auf die verfassende Person, sondern auf alle künftigen Bewerberinnen und Bewerber, die mitlesen.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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