Sternebewertungen lassen sich in der organischen Google-Suche nicht durch eigenes Review-Schema auf der eigenen Website erzwingen: Seit einer Ankündigung vom 16. September 2019 zeigt Google laut offizieller Dokumentation keine Sterne-Snippets mehr für sogenannte selbstreferenzierte Bewertungen an – also für Reviews, die ein Unternehmen mit LocalBusiness- oder Organization-Markup über sich selbst auf der eigenen Website auszeichnet. Sterne entstehen für lokale Betriebe stattdessen automatisch über das Google Business Profil, sobald genug echte Google-Bewertungen vorliegen, oder gesondert in Google-Ads-Anzeigen über Google-Kundenrezensionen beziehungsweise Partner wie Trustpilot – dafür sind laut offizieller Google-Ads-Hilfe in der Regel mindestens 100 Rezensionen in 24 Monaten und, bei Textanzeigen, ein Schnitt von mindestens 3,5 Sternen nötig.
Der verbreitete Irrtum: eigenes Review-Schema auf der Firmenwebsite
Viele Handwerksbetriebe lassen sich auf der eigenen Website ein Bewertungs-Widget mit Schema.org-Markup einbauen, in der Erwartung, dadurch Sterne unter dem eigenen Google-Suchergebnis zu bekommen. Die offizielle Google-Dokumentation zu Review-Snippets schließt genau das aber ausdrücklich aus: „If the entity that’s being reviewed controls the reviews about itself, their pages that use LocalBusiness or any other type of Organization structured data are ineligible for the star review feature.“ Übersetzt heißt das: Kontrolliert ein Unternehmen selbst die Bewertungen über sich, sind seine Seiten mit LocalBusiness- oder Organization-Markup von der Sterne-Anzeige ausgeschlossen – unabhängig davon, wie sauber das Markup technisch umgesetzt ist. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Malerbetrieb lässt auf der eigenen Startseite ein JSON-LD-Snippet mit fünf Kundenstimmen und einem Durchschnitt von 4,8 Sternen einbauen. Technisch ist das Markup fehlerfrei validierbar – trotzdem erscheinen darunter keine Sterne im Suchergebnis, weil der Betrieb selbst über die eigenen Bewertungen bestimmt.
Was seit September 2019 tatsächlich gilt
Google kündigte die Änderung im offiziellen Search-Central-Blog an: Ab dem 16. September 2019 würden selbstreferenzierte Bewertungen für Unternehmen und Organisationen nicht mehr in den Rich-Ergebnissen angezeigt. Nicht betroffen sind Schema-Typen für tatsächliche Produkte und Werke wie Product, Recipe, Book, Course, Movie oder Software App – dort dürfen echte Kundenrezensionen weiterhin ausgezeichnet werden und Sterne erzeugen, weil dort typischerweise ein unabhängiger Marktplatz oder Händler die Bewertungen einsammelt, nicht der Hersteller selbst. Für einen Handwerksbetrieb, der keine Produkte im klassischen Sinne verkauft, sondern Dienstleistungen anbietet, bleibt dieser Ausweg praktisch verschlossen – LocalBusiness und Organization sind genau die Schema-Typen, die für die eigene Firmenwebsite infrage kämen und genau die, die von der Einschränkung betroffen sind.
| Weg zu Sternen | Funktioniert für Handwerksbetriebe? | Warum |
|---|---|---|
| Eigenes Review-Schema auf der Firmenwebsite | Nein | Als selbstreferenzierte Bewertung seit 2019 ausgeschlossen |
| Google Business Profil | Ja, automatisch | Google sammelt und zeigt die Bewertungen selbst, kein eigenes Markup nötig |
| Google-Ads-Seller-Ratings | Ja, bei ausreichend Bewertungen | Unabhängig von Google gesammelte Rezensionen über zugelassene Partner |
Wo Sterne für Handwerksbetriebe tatsächlich herkommen: das Google Business Profil
Der zuverlässigste Weg zu sichtbaren Sternen bleibt das eigene Google Business Profil: Sobald genug echte Google-Bewertungen vorliegen, zeigt Google die Durchschnittsbewertung automatisch im Local Pack und in der Kartenansicht an – ganz ohne technisches Markup auf der eigenen Website. Wie viele Bewertungen dafür in der Praxis reichen, hat unser separater Ratgeber dazu anhand von Verbraucherdaten eingeordnet: ein Korridor von 20 bis 99 Bewertungen deckt die Erwartung der großen Mehrheit der Suchenden bereits ab. Wie sich dieser Bestand überhaupt erst aufbauen lässt, zeigt unser Ratgeber zum Sammeln von Google-Bewertungen. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Dachdeckerbetrieb mit 34 Google-Bewertungen und einem Schnitt von 4,7 Sternen sieht diese Sterne direkt neben seinem Eintrag im Local Pack, obwohl auf der eigenen Website kein einziges Schema-Snippet für Bewertungen eingebaut ist – die Sichtbarkeit entsteht vollständig über das Google Business Profil selbst.
Sterne in Google-Ads-Anzeigen: Voraussetzungen im Detail
Getrennt vom organischen Suchergebnis existiert ein zweiter, eigenständiger Weg zu Sternen: die Google-Ads-Seller-Ratings, die als Erweiterung neben Text- und Shopping-Anzeigen erscheinen können. Die offizielle Google-Ads-Hilfe zu Händlerbewertungen nennt dafür konkrete Schwellenwerte: „Google hat in den letzten 24 Monaten über Google Kundenrezensionen oder Drittanbieter-Rezensionspartner genügend einzelne Rezensionen für das Land erhalten“ – in der Praxis meist mindestens 100 Rezensionen -, und „bei Textanzeigen muss die durchschnittliche Gesamtbewertung mindestens 3,5 Sterne betragen“. Als Quellen zählen dabei Google-Kundenrezensionen sowie zugelassene Partner wie Trustpilot, die auch in unserem separaten Ratgeber zu Bewertungsplattformen jenseits von Google als sinnvolle Ergänzung eingeordnet werden.
Praktisch bedeutet das: Ein Betrieb, der die Kundenerwartung von mindestens 4,0 Sternen bereits erfüllt, unterschreitet die Google-Ads-Schwelle von 3,5 Sternen in aller Regel nicht – der limitierende Faktor ist fast immer die Mindestanzahl von 100 Rezensionen in 24 Monaten, nicht der Sternedurchschnitt. Zusätzlich gilt laut Google: „Die Domain in der angezeigten URL der Anzeige muss mit der Domain übereinstimmen, für die uns die Bewertungen vorliegen“ – Bewertungen auf einer anderen Domain als der beworbenen zählen also nicht.
Interaktiv: Erfüllen Sie die Voraussetzungen für Sterne in Google-Ads-Anzeigen?
Wählen Sie die Situation aus, die am ehesten zutrifft:
Fazit: Zwei getrennte Wege, keine Abkürzung über die eigene Website
Sterne in der Google-Suche und Sterne in Google-Ads-Anzeigen sind zwei technisch komplett getrennte Systeme, aber beide haben eines gemeinsam: Ein eigenes Review-Schema auf der Firmenwebsite ersetzt keines von beiden, welche Felder und Richtlinien das Markup technisch betreffen, erklärt unser Ratgeber zum AggregateRating-Schema. Für das organische Suchergebnis zählt allein ein gepflegtes Google Business Profil, für Anzeigen zählen unabhängig gesammelte Rezensionen über Google-Kundenrezensionen oder zugelassene Partner. Wie sich die dafür nötige Bewertungsbasis aufbauen und pflegen lässt, zeigen unsere Ratgeber zum Sammeln von Google-Bewertungen und zur realistischen Zielgröße. Wie growen Google-Unternehmensprofile im Rahmen der lokalen Sichtbarkeit betreut, zeigt unsere Seite zur lokalen Google-Sichtbarkeit.