Ratgeber

Weiterleitungen richtig einrichten: 301 vs. 302 einfach erklärt

Oktober 1, 2026 4 Min. Lesezeit

Eine 301-Weiterleitung bedeutet „dauerhaft umgezogen“ und gilt laut Google als starkes Signal, die neue Adresse zu übernehmen – eine 302-Weiterleitung bedeutet „vorübergehend“ und wird von Google nur als schwaches Signal gewertet, das die ursprüngliche Adresse weiterhin als relevant behandelt. Wird der falsche Typ verwendet, kann eine eigentlich dauerhafte Umstellung für Google wie ein vorübergehender Zustand aussehen – mit entsprechenden Verzögerungen für Rankings und Sichtbarkeit. Für Besucher im Browser sind beide Weiterleitungsarten optisch identisch; der Unterschied entscheidet sich ausschließlich serverseitig, meist über eine einzelne Konfigurationszeile oder eine Einstellung im verwendeten Plugin.

Der entscheidende Unterschied: Dauerhaft vs. vorübergehend

Nach Googles eigener Dokumentation zu HTTP-Statuscodes folgen Googles Crawler zwar beiden Weiterleitungsarten automatisch, bewerten sie aber unterschiedlich: Bei einer 301-Weiterleitung nutzen Googles Systeme die Weiterleitung als starkes Signal, dass die Zieladresse verarbeitet werden soll – bei einer 302-Weiterleitung gilt das nur als schwaches Signal. Die technisch verwandten Statuscodes 307 und 308 werden von Google jeweils wie 302 beziehungsweise 301 behandelt, sind aber semantisch eindeutiger für andere Programme wie E-Book-Reader oder andere Suchmaschinen. In beiden Fällen gilt: Der Inhalt, den Google von der weiterleitenden Adresse selbst erhält, wird ignoriert – verarbeitet wird ausschließlich der Inhalt der Zieladresse.

Wann 301, wann 302? Eine praktische Entscheidungshilfe

Die Faustregel orientiert sich an einer einzigen Frage: Wird die ursprüngliche Adresse jemals wieder genutzt?

Szenario Richtiger Typ
Domainwechsel oder Umzug zu einem neuen Hoster 301 (dauerhaft)
Umbenannte oder zusammengelegte Leistungsseite 301 (dauerhaft)
Wartungsseite während kurzer technischer Arbeiten 302 (vorübergehend)
Zeitlich begrenzte Aktionsseite für eine Kampagne 302 (vorübergehend)

Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Malerbetrieb benennt seine Leistungsseite „Fassadenanstrich“ dauerhaft in „Fassadensanierung“ um, weil sich das Angebot erweitert hat – hier gehört eine 301-Weiterleitung von der alten auf die neue Adresse eingerichtet, damit sowohl Besucher als auch Google dauerhaft zur richtigen Seite finden. Würde stattdessen eine 302-Weiterleitung verwendet, bliebe aus Googles Sicht offen, ob die alte Adresse bald zurückkehrt – die neue Seite baut entsprechend langsamer eigene Sichtbarkeit auf.

Der häufigste Fehler: Plugins, die standardmäßig 302 setzen

Viele Weiterleitungs-Plugins und manche Hosting-Oberflächen setzen aus Vorsicht standardmäßig eine 302-Weiterleitung, selbst wenn der eigentliche Anwendungsfall eindeutig dauerhaft ist. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb richtet nach einer Umstrukturierung über ein Plugin zehn Weiterleitungen für umbenannte Seiten ein, übernimmt dabei aber die voreingestellte 302-Option, ohne sie manuell auf 301 umzustellen – wochenlang bleibt unklar, warum die neuen Adressen in Google kaum eigene Sichtbarkeit aufbauen, bis eine Prüfung der tatsächlichen Statuscodes den falsch gesetzten Typ aufdeckt. Der eigene Statuscode lässt sich dabei ohne zusätzliche Werkzeuge direkt im Browser prüfen: Die Entwicklertools zeigen im Netzwerk-Tab für jede aufgerufene Adresse den tatsächlich zurückgegebenen Statuscode an, inklusive aller zwischengeschalteten Weiterleitungen – ein kurzer Blick genügt, um einen falsch gesetzten 302 bei einer eigentlich dauerhaften Änderung zu entdecken. Dieselbe Vorsicht gilt bei der Umstellung von HTTP auf HTTPS: Auch dort muss die Weiterleitung dauerhaft und damit als 301 eingerichtet werden, wie unser Ratgeber zu HTTPS und SSL-Zertifikat beschreibt.

Weiterleitungsketten: Warum jeder zusätzliche Sprung schadet

Googles Crawler folgen laut eigener Dokumentation maximal 10 Weiterleitungs-Sprüngen hintereinander, bevor sie die Kette abbrechen und die eigentliche Zielseite nicht mehr erreichen. Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Website wechselt im Lauf mehrerer Jahre zweimal den Hoster und einmal die Domain, wobei jede Umstellung eine eigene Weiterleitung auf die jeweils vorherige Adresse hinterlässt, statt alle Weiterleitungen direkt auf die aktuell gültige Adresse zu richten – ein einzelner Link landet am Ende über drei oder vier aufeinanderfolgende Sprünge auf der endgültigen Seite, statt direkt dort anzukommen. Neben dem reinen Risiko, die Zehn-Sprünge-Grenze zu erreichen, kostet jeder zusätzliche Sprung spürbar Ladezeit, weil der Browser bei jedem Sprung eine komplette neue Serveranfrage stellen muss – auf einer langsameren mobilen Verbindung summiert sich das bei drei oder vier Sprüngen schnell zu einer spürbaren, zusätzlichen Wartezeit, bevor überhaupt die eigentliche Seite zu laden beginnt. Wie sich daraus resultierende, fälschlich als Fehler gemeldete Seiten erkennen lassen, erklärt unser Ratgeber zu 404-Fehlern. Die saubere Lösung: Bei jeder neuen Umstellung alle bestehenden Weiterleitungen direkt auf die aktuell gültige Adresse umbiegen, statt eine neue Weiterleitung einfach an die bestehende Kette anzuhängen.

Interaktiv: 301 oder 302 für Ihr Szenario?

Wählen Sie ein Szenario aus und sehen Sie, welcher Weiterleitungstyp dazu passt:

Ihr Weiterleitungs-Check

Wählen Sie oben ein Szenario aus.

Fazit: Der richtige Typ ist keine Formsache

301 und 302 unterscheiden sich für Besucher im Browser nicht sichtbar, für Google aber grundlegend: Nur eine 301-Weiterleitung überträgt die Signale einer alten Adresse zuverlässig und zeitnah auf die neue. Wer bei dauerhaften Umstellungen die vorsichtshalber voreingestellte 302-Option unverändert übernimmt, verschenkt genau die Geschwindigkeit, mit der eine neue Adresse eigene Sichtbarkeit aufbaut. Dasselbe Mittel räumt auch doppelte Adressen auf, etwa /index.php neben der Startseite, wie der Ratgeber Duplicate Content erkennen und vermeiden zeigt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer 301- und einer 302-Weiterleitung?

Eine 301-Weiterleitung signalisiert 'dauerhaft umgezogen' und ist laut Googles eigener Dokumentation ein starkes Signal dafür, dass die Zieladresse die neue, endgültige Adresse ist. Eine 302-Weiterleitung bedeutet dagegen 'vorübergehend gefunden' und wird von Google nur als schwaches Signal gewertet - die ursprüngliche Adresse bleibt aus Sicht von Google die eigentlich relevante.

Wann sollte eine 301- und wann eine 302-Weiterleitung verwendet werden?

Eine 301-Weiterleitung gehört an jede Stelle, an der eine Seite dauerhaft eine neue Adresse bekommt, etwa nach einem Domainwechsel oder einer Struktur-Überarbeitung. Eine 302-Weiterleitung passt dagegen zu wirklich vorübergehenden Fällen wie einer Wartungsseite, einer zeitlich begrenzten Aktion oder einem A/B-Test, bei dem die ursprüngliche Adresse bald wieder genutzt wird.

Warum sind lange Ketten von Weiterleitungen ein Problem?

Googles Crawler folgen laut eigener Dokumentation maximal 10 Weiterleitungs-Sprüngen hintereinander - wird diese Grenze überschritten, bricht die Kette ab und die Zielseite wird nicht mehr erreicht. Zusätzlich verzögert jeder zusätzliche Sprung den Seitenaufbau für echte Besucher spürbar.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

Bereit, gefunden zu werden?

Kostenloses Angebot anfragen — um zu wissen, wo Sie heute stehen.

Kostenloses Angebot anfragen