Eine eigene SEO-Stelle kostet inklusive Lohnnebenkosten je nach Erfahrungsstufe zwischen rund 38.000 und 75.000 Euro im Jahr — das Sechs- bis Zehnfache dessen, was die umfassendste laufende Agentur-Betreuung kostet. Für die meisten einzelnen Betriebe rechnet sich eine eigene Vollzeitstelle deshalb nur, wenn sie deutlich mehr als reines SEO abdeckt.
Was eine eigene SEO-Stelle wirklich kostet
Laut StepStone liegt das durchschnittliche Bruttogehalt einer SEO-Manager-Stelle in Deutschland bei rund 41.800 Euro im Jahr — Berufseinsteiger liegen bei etwa 31.200 Euro, erfahrene Fachkräfte bei bis zu 61.600 Euro. Das ist aber nur ein Teil der tatsächlichen Kosten: Arbeitgeber zahlen laut sevdesk zusätzlich rund 21 bis 22 Prozent Lohnnebenkosten für Sozialversicherung obendrauf — ganz ohne Arbeitsplatz, Software-Lizenzen oder Weiterbildung eingerechnet.
| Erfahrungsstufe | Bruttogehalt/Jahr | Inkl. ca. 22% Lohnnebenkosten | Pro Monat |
|---|---|---|---|
| Junior | 31.200 € | ca. 38.100 € | ca. 3.175 € |
| Durchschnitt | 41.800 € | ca. 51.000 € | ca. 4.250 € |
| Erfahren | 61.600 € | ca. 75.150 € | ca. 6.260 € |
Zum Vergleich: Was eine Agentur kostet
Unsere eigene, vollständig veröffentlichte Preisliste zeigt die andere Seite: laufende Betreuung liegt zwischen 390 und 710 Euro im Monat — je nach Umfang zwischen 4.680 und 8.520 Euro im Jahr. Selbst die umfassendste Stufe kostet damit deutlich weniger als eine einzelne Junior-Vollzeitstelle, von einer erfahrenen Fachkraft ganz zu schweigen. Eine ausführliche Aufschlüsselung der Agenturpreise finden Sie in unserem Ratgeber zu realistischen SEO-Preisen.
Was eine Agentur mitbringt, was eine Einzelperson selten kann
SEO für einen lokalen Betrieb verlangt mindestens vier unterschiedliche Fähigkeiten gleichzeitig: technisches Verständnis für Ladezeit und Indexierung, Textarbeit für Leistungsseiten, Erfahrung mit lokaler Sichtbarkeit im Google-Profil und zunehmend auch Wissen über Sichtbarkeit in KI-Antwortsystemen. Eine einzelne Person deckt meist ein oder zwei dieser Bereiche stark ab, die übrigen nur oberflächlich: Wer technisch stark ist, schreibt selten auch noch überzeugende Leistungsseiten-Texte selbst, und umgekehrt bleibt bei einer Person mit Content-Schwerpunkt die technische Kontrolle oft liegen. Ein Team teilt diese Bereiche stattdessen auf mehrere spezialisierte Personen auf, ohne dass die Gesamtkosten in dieselbe Größenordnung wie eine Vollzeitstelle steigen. Wer stattdessen eine einzelne Fachkraft mit einer Agentur vergleicht, findet eine ausführliche Gegenüberstellung in unserem Ratgeber zu Freelancer vs. Agentur — dieselbe Logik gilt sinngemäß auch gegenüber einer eigenen Stelle.
Wann sich eine eigene Stelle trotzdem lohnt
Rechnerisch sinnvoll wird eine eigene Stelle vor allem in zwei Fällen: wenn mehrere Standorte oder eine große Zahl an Leistungsseiten laufend gepflegt werden müssen, sodass der Arbeitsaufwand tatsächlich eine Vollzeitstelle füllt — oder wenn die Position von Anfang an breiter angelegt ist und neben SEO auch Ads, Content und Social Media abdeckt. Eine grobe Faustregel: Bei rund 4.250 Euro monatlichen Kosten für eine durchschnittliche Stelle müsste allein die SEO-Arbeit einen Umfang haben, der bei einer Agentur ebenfalls diese Größenordnung kosten würde — das entspricht in etwa sechs Standorten zu je 710 Euro laufender Betreuung. Für einen einzelnen Betrieb mit überschaubarem Leistungsumfang bleibt das Verhältnis aus Kosten und tatsächlich benötigter Arbeitszeit dagegen selten wirtschaftlich.
| Kriterium | Eigene Stelle | Agentur |
|---|---|---|
| Kosten pro Monat | ca. 3.175–6.260 € | 390–710 € |
| Fachliche Bandbreite | Meist ein bis zwei Spezialgebiete | Mehrere Fachbereiche im Team |
| Ausfallsicherheit | Keine bei Krankheit oder Kündigung | Team übernimmt in der Regel weiter |
| Kündigungsfrist | Arbeitsrechtlich meist mehrere Monate | Oft monatlich |
Die unterschätzten Kosten: Rekrutierung, Einarbeitung und Fluktuation
Die reinen Gehaltskosten sind nur ein Teil der Rechnung. Eine Stellenbesetzung im Marketing dauert in der Praxis oft mehrere Wochen bis Monate — von der Ausschreibung über Bewerbungsgespräche bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn. Danach folgt eine Einarbeitungszeit, in der die neue Person selten von Tag eins an die volle Leistung bringt: Local-Pack-Mechanik, das eigene Google-Profil, bestehende Leistungsseiten und die eigene Branche müssen erst kennengelernt werden. Verlässt die Person den Betrieb wieder — freiwillig oder nicht —, beginnt dieser Prozess von vorn, und die Sichtbarkeit stagniert währenddessen. Bei einer Agentur trägt dagegen das Team die Kontinuität: Fällt eine einzelne Person aus, arbeiten andere im selben Unternehmen an denselben Konten weiter, ohne dass der Kunde davon etwas merkt.
Ein Mittelweg: fester Ansprechpartner ohne eigene Personalkosten
Zwischen einer eigenen Stelle und einer anonymen Agentur gibt es eine dritte Option: eine kleine Agentur oder ein Freelancer mit festem, persönlich erreichbarem Ansprechpartner, aber ohne die Fixkosten einer eigenen Stelle. Welche Fragen dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen, zeigt unser Ratgeber mit 10 Fragen vor Vertragsabschluss. Wer noch einen Schritt kleiner denkt, findet in unserem Ratgeber zu SEO selbst machen oder Agentur eine Einschätzung, welche Aufgaben sich realistisch ohne externe Hilfe stemmen lassen und welche nicht.
Eine vollständige Übersicht unserer eigenen Betreuungsstufen finden Sie auf der Preise-Seite.