Sechs Dinge sollten Sie zu einem SEO-Erstgespräch mitbringen: Zugang oder Screenshots aus Google Search Console und Google-Unternehmensprofil, eine Liste der wichtigsten Leistungen und Standorte, zwei bis drei bekannte Mitbewerber, einen groben Budgetrahmen und Informationen zu bisherigen SEO-Maßnahmen. Damit erhalten Sie ein Angebot, das auf Ihrer tatsächlichen Ausgangslage basiert, statt auf Vermutungen der Agentur.
Warum Vorbereitung das Angebot direkt beeinflusst
Ohne Einblick in Ihre aktuellen Zahlen kann eine Agentur nur schätzen, wie viel Arbeit tatsächlich nötig ist — und schätzt dabei tendenziell in Richtung der mittleren Betreuungsstufe, weil das am wenigsten Risiko birgt. Ein konkretes Beispiel: Ein Betrieb, der schon fünf gut funktionierende Leistungsseiten und einen aktiven Suchauftritt hat, braucht oft nur die Basis-Stufe für rund 390 € im Monat zur laufenden Kontrolle. Derselbe Betrieb ganz ohne Vorgeschichte und mit unklarer Ausgangslage bekommt im Erstgespräch häufig direkt die Wachstums- oder Premium-Stufe vorgeschlagen, einfach weil die Agentur den tatsächlichen Aufwand nicht einschätzen kann. Wer die eigenen Zahlen mitbringt, verhindert diese Unschärfe von Anfang an.
Dasselbe Gespräch, einmal vorbereitet und einmal nicht
Der Unterschied zeigt sich am deutlichsten in der Antwort auf eine einfache Frage der Agentur: „Wie sieht Ihre Sichtbarkeit aktuell aus?“ Unvorbereitet lautet die Antwort oft: „Keine Ahnung, wir tauchen glaube ich schon irgendwo auf.“ Damit bleibt der Agentur nur eine grobe Einschätzung anhand der Branche. Mit vorbereiteten Unterlagen lautet dieselbe Antwort: „Laut Search Console hatten wir letzten Monat rund 340 Klicks, vor allem über unsere Leistungsseite Dachsanierung — bei den zwei Mitbewerbern, die ich kenne, wirkt die Sichtbarkeit stärker.“ Diese zweite Antwort dauert genauso lange zu geben, liefert der Agentur aber sofort eine konkrete Ausgangslage statt einer Vermutung.
Die sechs Unterlagen im Detail
- Google Search Console (Zugang oder Screenshot): Zeigt bereits vorhandene Klicks, Impressionen und die Suchbegriffe, über die Besucher aktuell kommen — ohne das startet jede Einschätzung bei null, obwohl oft schon Substanz vorhanden ist.
- Google-Unternehmensprofil (Zugang oder Statistik-Screenshot): Anrufe, Wegbeschreibungen und Profilaufrufe der letzten Monate zeigen, wie stark die lokale Sichtbarkeit bereits ist, bevor überhaupt etwas verändert wird.
- Liste der wichtigsten Leistungen und Standorte: Eine kurze Aufzählung wie „Dachsanierung, Flachdach, Notdienst — Standorte Aachen und Düren“ reicht, damit die Agentur den tatsächlichen Umfang einschätzen kann, statt pauschal von „einer Website“ auszugehen.
- Zwei bis drei bekannte Mitbewerber: Namen oder URLs von Betrieben, die Sie selbst als Konkurrenz wahrnehmen, zeigen der Agentur schneller das relevante Umfeld als eine abstrakte Branchenbeschreibung.
- Ein grober Budgetrahmen: Muss keine exakte Zahl sein — ein Rahmen wie „irgendwo zwischen 300 und 600 € im Monat“ genügt, um von vornherein realistische statt beliebige Vorschläge zu bekommen. Realistische Größenordnungen dafür liefert unser Ratgeber zu SEO-Preisen.
- Bisherige SEO-Historie: Wurde schon einmal eine Agentur oder ein Freelancer beauftragt, wann und mit welchem Ergebnis? Auch ein „hat nichts gebracht“ ist eine wichtige Information, weil sie hilft, frühere Fehler nicht zu wiederholen.
Was Sie nicht vorbereiten müssen
Sie müssen selbst kein SEO-Fachwissen mitbringen und keine eigene Keyword-Liste erstellen — das ist die Aufgabe der Agentur. Auch ein technisch perfekt aufbereitetes Zahlenblatt ist nicht nötig: Rohe Screenshots aus Search Console oder dem Google-Unternehmensprofil genügen völlig, eine Aufbereitung in Excel oder Ähnlichem bringt keinen zusätzlichen Nutzen. Ebenso wenig braucht es eine fertige Wettbewerbsanalyse — die Namen der Mitbewerber genügen, die Einordnung dazu ist Teil der Leistung, für die Sie die Agentur überhaupt beauftragen.
Falls Sie noch keinen Zugriff auf Ihre eigene Search Console haben oder nicht sicher sind, ob sie auf Ihrem oder einem fremden Konto läuft, ist das selbst schon eine wichtige Erkenntnis fürs Erstgespräch: Sprechen Sie das aktiv an, statt es zu übergehen. Wie Sie das im Zweifel selbst prüfen und warum das grundsätzlich Ihr eigenes Konto sein sollte, erklärt unser Ratgeber zur monatlichen Leistung einer SEO-Agentur. Den Unterschied zwischen bestätigtem und delegiertem Zugriff — und warum er beim Agenturwechsel entscheidend ist — erklärt unser Ratgeber zur Search-Console-Inhaberschaft.
| Kriterium | Ohne Vorbereitung | Mit vorbereiteten Unterlagen |
|---|---|---|
| Grundlage des Angebots | Schätzung nach Branche und Bauchgefühl | Tatsächliche Ausgangslage |
| Typische Betreuungsstufe im Vorschlag | Meist die mittlere, sicherheitshalber | Passend zum tatsächlichen Aufwand |
| Dauer bis zum passenden Angebot | Oft mehrere Gespräche und Nachbesserungen | Meist schon im ersten Gespräch |
| Vergleichbarkeit mehrerer Angebote | Schwierig, da jede Agentur anders schätzt | Direkt vergleichbar, da gleiche Datenbasis |
Ihre persönliche Checkliste fürs Erstgespräch
Handelt es sich nicht um die erste Beauftragung, sondern um einen Wechsel von einer bestehenden Agentur, gelten dieselben Unterlagen — zusätzlich lohnt sich ein Blick auf unseren Ratgeber zum Agenturwechsel, der zeigt, wie der Übergang ohne Rankingverlust gelingt.
Wie viel Zugang Sie im Erstgespräch selbst schon geben sollten
Für das erste Gespräch reichen Screenshots oder eine mündliche Zusammenfassung völlig aus — ein tatsächlicher Kontozugriff ist an dieser Stelle nicht nötig. Google rät in der eigenen Anleitung „Do You Need an SEO?“ ausdrücklich dazu, einem SEO-Berater für eine Prüfung zunächst nur Lesezugriff auf die Search Console zu geben, keinen Schreibzugriff: „be sure to carefully consider what’s involved and only grant read access to Search Console“. Vollen Zugriff vergeben Sie erst, wenn Sie sich tatsächlich für eine Zusammenarbeit entschieden haben — welche Fragen davor noch zu klären sind, zeigt unser Ratgeber mit 10 Fragen vor Vertragsabschluss.
Nicht jeder Punkt aus der Liste ist gleich wichtig: Fehlt der Budgetrahmen völlig, lässt sich das im Gespräch noch klären. Fehlt dagegen jeder Einblick in die aktuellen Zahlen, bleibt das Angebot am Ende reine Spekulation — unabhängig davon, wie erfahren die Agentur ist. Zehn bis fünfzehn Minuten Vorbereitung vor dem ersten Termin reichen in der Regel aus, um die wichtigsten der sechs Punkte zusammenzutragen.
Mit einer vorbereiteten Grundlage wird aus dem Erstgespräch ein konkretes Angebot statt einer groben Schätzung. Eine vollständige Übersicht unserer eigenen Betreuungsstufen und Preise finden Sie auf der Preise-Seite.