Ratgeber

SEO-Agentur wechseln: So gelingt der Übergang ohne Rankingverlust

September 20, 2026 4 Min. Lesezeit

Ein reiner Agenturwechsel verursacht keine Rankingverluste, solange Website und URLs unverändert bleiben — Google sieht dabei technisch überhaupt keine Veränderung. Die eigentlichen Risiken entstehen durch das, was häufig gleichzeitig passiert: eine Publikationspause während der Übergabe, ein zeitgleicher Website-Relaunch oder eine Lücke beim Zugriff auf Search Console und Google-Unternehmensprofil.

Der Mythos: Verursacht der Wechsel selbst Rankingverluste?

Googles eigene Anleitung zu Website-Umzügen warnt ausdrücklich: „Expect temporary fluctuation in site ranking during the move. With any significant change to a site, you may experience ranking fluctuations while Google recrawls and reindexes your site.“ Entscheidend ist die Formulierung „significant change to a site“ — gemeint sind URL- oder Domain-Änderungen, nicht ein Wechsel des Ansprechpartners hinter den Kulissen. Bleiben Domain, URLs und Inhalte unverändert, hat Google schlicht nichts, das neu bewertet werden müsste. Selbst bei einem echten Website-Umzug gilt laut Google zudem: „301 and other permanent redirects don’t cause a loss in PageRank“ — korrekt umgesetzte Weiterleitungen erhalten den bestehenden Wert, sie kosten ihn nicht. Was genau bei einer echten technischen Migration zu beachten ist, damit URL-Änderungen nicht doch Rankings gefährden, erklärt unser separater Ratgeber zum Website-Relaunch.

Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb wechselt im März die Agentur, Website und URLs bleiben exakt gleich, nur Zugänge und Ansprechpartner ändern sich. In der Google Search Console verändert sich dadurch nichts messbar — weder Klicks noch Impressionen reagieren auf einen reinen Anbieterwechsel. Würde derselbe Betrieb im selben Monat zusätzlich auf ein neues CMS mit neuer URL-Struktur wechseln, sähe das Bild völlig anders aus, weil dann tatsächlich „a significant change to a site“ im Sinne der Google-Anleitung vorläge.

Die vier echten Risikofaktoren beim Wechsel

  • Publikations-Pause während der Übergabe: Zwischen Kündigung der alten und Start der neuen Agentur entsteht oft eine Lücke von mehreren Wochen, in der niemand neue Inhalte veröffentlicht oder Bewertungen beantwortet — das bremst zwar keine bestehenden Rankings abrupt, aber jede Wachstumsdynamik. Ein Betrieb, der monatlich eine neue Leistungsseite veröffentlicht hat, verliert bei zwei Monaten Pause nicht bestehende Sichtbarkeit, aber zwei Monate Fortschritt, die sich später nicht einfach nachholen lassen.
  • Gleichzeitiger Website-Relaunch: Wird mit dem Agenturwechsel auch gleich die Website neu gebaut und die URL-Struktur geändert, greift genau die Google-Warnung zu Rankingschwankungen — dieses Risiko lässt sich vermeiden, indem Wechsel und Relaunch zeitlich getrennt werden.
  • Zugangslücke bei Search Console und Google-Unternehmensprofil: Läuft die Search Console nicht auf Ihrem eigenen Konto, kann eine schlecht koordinierte Übergabe dazu führen, dass für Wochen niemand Zugriff auf aktuelle Daten hat — wie Sie das grundsätzlich vermeiden, zeigt unser Ratgeber zur Search-Console-Inhaberschaft.
  • Verlorene Sichtbarkeits-Historie: Musste die alte Agentur mangels eigenem Zugriff eine komplett neue Property anlegen, gibt es für die neue Agentur keine historischen Vergleichsdaten mehr — ein Problem, das mit korrekt eingerichteten eigenen Konten von Anfang an gar nicht erst entsteht.

Die Übergabe-Checkliste: Was konkret weitergegeben werden muss

Kategorie Konkret
Zugänge Search Console, Google-Unternehmensprofil, Analytics, CMS/Hosting-Login
Historie Bisherige Berichte, Ranking-Verlauf, durchgeführte Maßnahmen der letzten 12 Monate
Content-Planung Redaktionsplan, offene Entwürfe, geplante aber unveröffentlichte Seiten
Offene Punkte Bekannte technische Probleme, laufende manuelle Maßnahmen, ungelöste Reklamationen

Vor dem WechselZugänge sichern,Historie exportierenÜbergabe2–4 WochenÜberlappungNach dem WechselKontinuität prüfen,Baseline vergleichen

Ein sauberer Übergang läuft in drei klar getrennten Phasen ab, nicht als abrupter Schnitt.

Empfohlener Zeitplan für einen nahtlosen Übergang

Zwei bis vier Wochen Überlappung sind realistisch: In dieser Zeit exportiert die alte Agentur Berichte und Daten, während die neue Agentur bereits mit den in unserem Ratgeber zum SEO-Erstgespräch beschriebenen Unterlagen die Ausgangslage prüft. Wichtig dabei: Ein Website-Relaunch oder eine URL-Umstrukturierung sollte frühestens einige Monate nach dem abgeschlossenen Agenturwechsel angegangen werden, nicht zeitgleich — so lässt sich klar zuordnen, welche Veränderung welchen Effekt hatte, falls doch einmal Schwankungen auftreten.

Die meisten Probleme beim Agenturwechsel sind hausgemacht, nicht technisch bedingt: Sie entstehen, weil niemand aktiv die Übergabe koordiniert, sondern beide Seiten stillschweigend davon ausgehen, dass „schon irgendwie alles ankommt“. Ein einziger kurzer Termin zu dritt — alte Agentur, neue Agentur, Betrieb — in dem Zugänge live übergeben und offene Punkte durchgesprochen werden, verhindert die meisten der oben genannten Risiken auf einen Schlag.

Erfolgte der Wechsel, weil die vorherige Agentur nicht geliefert hat, ist die Übergabe oft weniger kooperativ als hier beschrieben — welche Schritte davor sinnvoll sind, um trotzdem an die eigenen Daten zu kommen, erklärt unser Ratgeber: Was tun, wenn die SEO-Agentur nicht liefert? Bei einer neuen Agentur lohnt sich zudem, direkt zu Beginn dieselben Fragen zu klären wie beim ersten Vertragsabschluss — unser Ratgeber mit 10 Fragen vor Vertragsabschluss eignet sich dafür genauso gut beim Wechsel wie beim Erstauftrag.

Wie growen neue Kunden in einem laufenden Wechsel übernimmt, ohne dass Sichtbarkeit verloren geht, zeigt unsere Preise-Seite.

Häufige Fragen

Verliert man beim Wechsel der SEO-Agentur automatisch Rankings?

Nein. Bleiben Website und URLs unverändert, ist ein reiner Agenturwechsel für Google unsichtbar — es ändert sich nichts an der Website selbst. Googles eigene Anleitung zu Website-Umzügen warnt ausdrücklich nur vor Rankingschwankungen bei tatsächlichen URL- oder Domain-Änderungen, nicht bei einem Wechsel des Dienstleisters.

Was verursacht dann tatsächlich Rankingverluste beim Wechsel?

Meist nicht der Wechsel selbst, sondern was gleichzeitig passiert: eine Publikationspause während der Übergabe, ein zeitgleicher Website-Relaunch mit neuen URLs, oder eine Zugangslücke bei Search Console und Google-Unternehmensprofil, die eine durchgehende Betreuung unterbricht.

Wie lange sollte die Übergabephase zwischen zwei Agenturen dauern?

Ein Überlappungszeitraum von zwei bis vier Wochen mit dokumentierter Übergabe ist realistisch. Länger muss es nicht dauern, kürzer sollte es nicht sein, damit alle Zugänge, Daten und offenen Aufgaben sauber übertragen werden.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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