Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn die bestehende Website technische Grenzen erreicht hat – ein Baukasten-Seitenlimit, eine mobile Ladezeit über 2,5 Sekunden oder eine gewachsene Anzahl an Leistungen und Standorten, die in der alten Struktur keinen Platz mehr finden. Er gefährdet Rankings vor allem dann, wenn URLs sich ändern, ohne dass jede einzelne alte Adresse auf ihr neues Ziel weitergeleitet wird – laut Google Search Central der häufigste Grund für Sichtbarkeitsverluste nach einer Website-Migration.
Wann sich ein Relaunch wirklich lohnt
| Auslöser | Warum das ein echter Grund ist |
|---|---|
| Baukasten-Seitenlimit erreicht | Neue Leistungen oder Standorte finden im gebuchten Tarif keinen Platz mehr |
| Mobile Ladezeit über 2,5 Sekunden | Kostet Sichtbarkeit und Anfragen, gerade bei akutem lokalem Bedarf |
| Gewachsene Leistungen/Standorte | Die bestehende Struktur bildet das heutige Angebot nicht mehr sauber ab |
| Veraltetes CMS ohne Sicherheitsupdates | Reales Risiko für Hacks und Ausfälle, unabhängig vom Design |
| Cookie-Banner durch veraltete Plugins | Externe Bausteine lassen sich im alten System oft nicht sauber entfernen |
Ein reines „das Design wirkt nicht mehr zeitgemäß“ gehört bewusst nicht in diese Liste: Ein Redesign allein rechtfertigt selten das Risiko einer vollständigen technischen Migration. Erst wenn mindestens einer der oben genannten Punkte zutrifft, überwiegt der Nutzen eines Relaunchs die damit verbundenen Risiken für bestehende Rankings. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Sanitärbetrieb möchte die Website relaunchen, weil das Farbschema zehn Jahre alt wirkt – die Ladezeit liegt aber bei 1,8 Sekunden mobil, die Struktur bildet alle Leistungen sauber ab, und es gibt keine Sicherheitswarnungen. In diesem Fall lässt sich ein Großteil des gewünschten Effekts durch ein reines Redesign auf Basis der bestehenden Struktur und URLs erreichen – ohne das Risiko einer vollständigen technischen Migration einzugehen. Muss die Website ohnehin nur zu einem neuen Hoster umziehen, ohne dass sich URLs oder Struktur ändern, ist das Risiko nochmal deutlich kleiner – unser Ratgeber zum Hosterwechsel zeigt, worauf es dabei ankommt.
Die Kostenfrage: was ein Relaunch realistisch kostet
Bei einer individuell entwickelten Website liegt der Einstieg bei growen bei 1.890 Euro einmalig, abhängig vom Umfang der Seiten und davon, wie viele bestehende Inhalte wiederverwendet werden können. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb mit sechs bestehenden, inhaltlich noch aktuellen Leistungsseiten zahlt für die reine technische und strukturelle Überarbeitung deutlich weniger als ein Betrieb, bei dem sämtliche Texte und Fotos komplett neu erstellt werden müssen, weil die alten Inhalte veraltet oder rechtlich nicht mehr verwendbar sind. Wie sich diese Ausgangslage strukturell sauber planen lässt, bevor überhaupt über Design gesprochen wird, erklärt unser separater Ratgeber zu Struktur vor Design.
Wie ein Relaunch Rankings gefährdet – und wie man das vermeidet
Laut Google Search Central ist eine vollständige URL-Zuordnung – jede alte Adresse bekommt ein klar definiertes neues Ziel – die Grundlage jeder Migration ohne größere Sichtbarkeitsverluste. Google empfiehlt außerdem, größere Websites nicht auf einmal umzustellen, sondern die Verschiebung in kleinere Schritte aufzuteilen und Traffic sowie Indexierung der alten und neuen URLs währenddessen aktiv zu beobachten. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Elektrobetrieb ändert beim Relaunch die URL einer gut rankenden Leistungsseite von /leistungen/elektroinstallation zu /elektroinstallation, ohne eine Weiterleitung einzurichten. Google stuft die alte URL als nicht mehr erreichbar (404) ein, die neue Seite startet ohne die zuvor aufgebaute Historie faktisch bei null – ein Verlust, der sich mit einer einzigen 301-Weiterleitung vollständig hätte vermeiden lassen. Ebenso riskant: Beim Relaunch werden versehentlich weniger Unterseiten übernommen als vorher vorhanden waren, weil einzelne, tatsächlich gut rankende Inhalte im neuen Konzept keinen Platz mehr fanden – der umgekehrte Fall zu unserer eigenen Auswertung zur Seitenanzahl, bei der zu viele, aber die falschen Seiten das Problem waren. Eine dritte, oft übersehene Falle: Die interne Verlinkung zwischen den eigenen Seiten wird beim Relaunch nicht auf die neuen URLs angepasst. Verweist etwa die neue Startseite noch auf die alte Adresse einer Leistungsseite, landet ein Klick zwar dank Weiterleitung am richtigen Ziel, Google bewertet direkt verlinkte, nicht über einen Umweg erreichte Seiten aber tendenziell als relevanter – ein Grund, warum nach jedem Relaunch alle internen Links einmal vollständig durchgeprüft werden sollten, nicht nur die Weiterleitungen selbst. Geht es ausschließlich um einen Wechsel der Domain, ohne Struktur oder Inhalte zu verändern, kommt zusätzlich ein eigenes Google-Tool zum Einsatz – Details dazu zeigt unser separater Ratgeber zum Domainwechsel.
Der richtige Zeitpunkt für einen Relaunch
Ein Relaunch kurz vor oder während der umsatzstärksten Zeit des Jahres ist unnötig riskant: Sinkt die Sichtbarkeit durch eine unvollständige Weiterleitung auch nur für wenige Tage, kostet das ausgerechnet in der Hochsaison überproportional viele Anfragen. Sinnvoller ist ein Zeitpunkt mit erfahrungsgemäß ruhigerer Nachfrage, verbunden mit mindestens vier bis sechs Wochen aktiver Beobachtung von Suchanfragen, Klicks und Fehlermeldungen in der Google Search Console direkt nach dem Livegang – genau der Zeitraum, in dem sich ein unvollständiges URL-Mapping noch mit überschaubarem Aufwand nachbessern lässt, bevor der Schaden sich verfestigt.
Interaktiv: Ihre Relaunch-Checkliste
Haken Sie ab, was für Ihren geplanten Relaunch bereits vorbereitet ist:
Fazit: Relaunch ja, aber aus technischem Grund und mit Plan
Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn ein konkreter technischer oder struktureller Grund vorliegt – nicht, weil das Design nicht mehr gefällt. Gefährlich für Rankings wird er fast immer nur dann, wenn URLs sich ändern, ohne dass jede einzelne alte Adresse sauber weitergeleitet wird. Worauf ein seriöses Angebot für eine neue Website insgesamt achten sollte, zeigt unser Ratgeber zum Website-Angebot. Ob sich für den eigenen Betrieb eher ein Baukasten-System oder eine individuell entwickelte Website eignet, erklärt unser separater Ratgeber dazu.