Eine Betriebs-Website braucht mindestens sechs Bausteine: ein vollständiges Impressum nach § 5 DDG, eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO, eine schnell erreichbare Kontaktmöglichkeit, eine SSL-Verschlüsselung, mindestens eine eigene Seite pro Kernleistung sowie eine mobil optimierte Darstellung. Diese Website-Checkliste für Betriebe fasst zusammen, was rechtlich verpflichtend und technisch sinnvoll ist – für die Details zu einzelnen Punkten verweisen die jeweiligen Abschnitte auf unsere ausführlichen Ratgeber.
Die rechtlichen Pflichtangaben: Impressum und Datenschutz
Laut § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG, das frühere Telemediengesetz) müssen geschäftsmäßige Websites Name und Anschrift, eine Möglichkeit zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme sowie bei eingetragenen Betrieben die Handelsregisternummer ständig, leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar bereithalten. Zusätzlich schreibt Art. 13 DSGVO eine Datenschutzerklärung vor, sobald personenbezogene Daten erhoben werden – was bei jedem Kontaktformular automatisch der Fall ist. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Malerbetrieb verlinkt sein Impressum nur über einen unauffälligen Link im Footer der Startseite, nicht aber von der separaten Kontaktseite aus – laut Gesetz reicht das nicht, da die Angaben von jeder Unterseite aus unmittelbar erreichbar sein müssen. Fehlt das Impressum ganz oder ist es unvollständig, ist das ein klassischer, häufig abgemahnter Fehler. Die Datenschutzerklärung muss zusätzlich konkret benennen, welche Daten bei einem Website-Besuch oder über das Kontaktformular erhoben werden, zu welchem Zweck und wie lange sie gespeichert bleiben – eine allgemein gehaltene Textvorlage ohne Bezug zu den tatsächlich eingesetzten Werkzeugen wie Kontaktformular-Plugin oder eingebetteter Karte erfüllt diese Pflicht nicht vollständig.
Kontaktmöglichkeit und NAP-Konsistenz
Eine reine Kontaktform reicht selten aus. Für lokale Betriebe gehören mindestens diese vier Angaben auf die Kontaktseite:
| Angabe | Warum sie zählt |
|---|---|
| Telefonnummer | Schnellster Kanal für dringende Anfragen, besonders bei Notdiensten |
| E-Mail-Adresse | Gesetzlich vorgeschrieben nach § 5 DDG |
| Vollständige Anschrift | Muss exakt mit Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen übereinstimmen |
| Kontaktformular | Niedrigschwellige Alternative für Anfragen außerhalb der Geschäftszeiten |
Entscheidend ist dabei, dass Name, Adresse und Telefonnummer exakt in der Schreibweise mit dem Google-Unternehmensprofil und allen Branchenverzeichnissen übereinstimmen – wie stark abweichende Angaben das lokale Ranking beeinträchtigen, erklärt unser Ratgeber zur NAP-Konsistenz.
Technische Mindestanforderungen: SSL, Ladezeit, Mobile-Darstellung
Eine SSL-Verschlüsselung (erkennbar am Schloss-Symbol und https:// in der Adresszeile) ist mittlerweile eine absolute Grundvoraussetzung – ohne sie warnt jeder moderne Browser aktiv vor der Seite, und auch datenschutzrechtlich ist sie längst Pflicht, wie unser Ratgeber zu HTTPS und SSL-Zertifikat zeigt. Darüber hinaus gilt laut Googles eigener Dokumentation zu den Core Web Vitals ein Largest Contentful Paint von 2,5 Sekunden oder weniger als guter Wert. Da der Großteil der lokalen Kundschaft ausschließlich vom Smartphone aus sucht, ist eine mobil optimierte Darstellung keine Kür, sondern Pflicht – warum das so entscheidend ist, zeigt unser Ratgeber zum Mobile-First-Prinzip.
Inhaltliche Mindestausstattung: Seiten, Texte, Fotos
Für die meisten lokalen Betriebe reichen inhaltlich sechs bis zehn Unterseiten: Startseite, eine Seite pro Kernleistung, Über uns, Kontakt sowie die beiden rechtlichen Pflichtseiten Impressum und Datenschutz – die genaue Aufteilung erklärt unser Ratgeber zur richtigen Seitenanzahl. Inhaltlich braucht jede dieser Seiten sowohl verständlichen, fachlich fundierten Text als auch mindestens ein authentisches Foto – wie Texte am besten entstehen und wie viele Fotos sinnvoll sind, zeigen unsere Ratgeber zu Website-Texten und zur richtigen Foto-Anzahl. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Elektrobetrieb mit drei Kernleistungen kommt so auf neun Unterseiten – Startseite, drei Leistungsseiten, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz und eine Referenzen-Seite mit Vorher-Nachher-Fotos. Wichtig dabei: Diese neun Seiten müssen nicht alle gleichzeitig zum Start online gehen – Startseite, Kontakt und die beiden rechtlichen Pflichtseiten haben Priorität, weitere Leistungsseiten und die Referenzen-Seite lassen sich in den ersten Wochen nach dem Launch ergänzen, ohne dass die Website dadurch unvollständig wirkt.
Wie sich diese Checkliste von einem vollständigen Website-Projekt unterscheidet
Diese sechs Bausteine sind eine Mindestbasis, keine vollständige Website-Strategie. Ob dafür ein Baukasten-System ausreicht oder eine individuell entwickelte Website sinnvoller ist, hängt von Wachstumsplänen und technischen Anforderungen ab – die Abwägung zeigt unser Ratgeber zu Baukasten oder individueller Website. Wird die Website ohnehin gerade neu erstellt oder überarbeitet, lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren Ratgeber zum seriösen Website-Angebot, damit diese Mindestanforderungen von Anfang an Teil der Planung sind, statt nachträglich ergänzt werden zu müssen. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb, der lediglich die sechs Bausteine dieser Checkliste erfüllt, aber die Seitenstruktur nicht vorab durchdacht hat, muss oft schon nach kurzer Zeit einzelne Unterseiten nachträglich aufteilen, weil eine einzige Leistungsseite mehrere, eigentlich unterschiedliche Angebote gleichzeitig abdecken sollte. Wie sich jede dieser Seiten anschließend auf Title, Überschriften und Texte prüfen lässt, zeigt unsere OnPage-SEO-Checkliste für Einsteiger.
Interaktiv: Ihr Website-Checkliste-Check
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Fazit: Sechs Bausteine, kein Grund für Perfektionismus
Eine Betriebs-Website muss nicht aufwendig sein, um alle Mindestanforderungen zu erfüllen – rechtliche Pflichtangaben, eine erreichbare Kontaktmöglichkeit, SSL-Verschlüsselung, mobile Optimierung sowie eine Seite pro Kernleistung mit echten Texten und Fotos decken die Basis ab. Wer diese sechs Bausteine hat, kann sich anschließend gezielt einzelnen Verbesserungen widmen, statt am Anfang von der Komplexität überwältigt zu werden.