Ein Google-Unternehmensprofil erstellen Sie kostenlos über business.google.com/create in etwa 10 bis 15 Minuten: Google-Konto wählen, exakten Firmennamen und passende Kategorie eingeben, Adresse oder Einzugsgebiet festlegen, Kontaktdaten ergänzen und die Verifizierung starten. Der wichtigste Schritt passiert aber schon davor: Sie sollten das Profil von Anfang an auf einem Google-Konto anlegen, das Ihnen selbst gehört – nicht auf dem einer Agentur oder eines Webentwicklers.
Manche Agenturen berechnen für genau diesen Schritt zwischen 400 und 700 Euro als Einzelleistung — eine vollständige Übersicht dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu SEO-Preisen. Wer die 10 bis 15 Minuten selbst investiert, spart sich diese Kosten komplett.
Bevor Sie starten: das richtige Google-Konto wählen
Für das Google-Unternehmensprofil brauchen Sie ein Google-Konto, das das Profil verwaltet. Drei Optionen sind theoretisch möglich: Ihr privates Gmail-Konto, ein neues, extra dafür angelegtes Konto, oder das Konto einer beauftragten Agentur. Für lokale Betriebe ist die Antwort fast immer dieselbe: ein eigenes, für das Unternehmen angelegtes Konto, auf das im Zweifel auch mehrere Personen im Team zugreifen können — zum Beispiel unter einer eigenen E-Mail-Adresse wie profil@ihrefirma.de statt der privaten Gmail-Adresse des Inhabers. Betreiben Sie mehr als eine Filiale, gelten zusätzliche Regeln – unser Ratgeber zu Google-Unternehmensprofilen für mehrere Standorte erklärt sie im Detail.
Läuft das Profil stattdessen auf dem Konto einer Agentur, gilt exakt dieselbe Logik, die wir bereits für die Search Console beschrieben haben: Sie sind dann nur eingeladener Nutzer statt bestätigter Inhaber und verlieren im schlimmsten Fall bei einem Anbieterwechsel den kompletten Zugriff samt Bewertungshistorie. Wie Sie diesen Unterschied konkret prüfen, erklärt unser Ratgeber zur eigenen Search Console — die gleiche Prüfung gilt sinngemäß für das Unternehmensprofil.
Schritt für Schritt: Das Profil anlegen
- Rufen Sie business.google.com/create auf und melden Sie sich mit dem im vorigen Abschnitt gewählten Google-Konto an.
- Geben Sie den exakten Namen Ihres Unternehmens ein, so wie er auch auf Rechnungen, am Firmenschild oder im Impressum steht.
- Wählen Sie die passende Hauptkategorie aus der von Google vorgegebenen Liste — freie Texteingaben sind nicht möglich, nur eine Auswahl aus bestehenden Kategorien.
- Legen Sie fest, ob Kundinnen und Kunden Sie an einer festen Adresse besuchen (Ladengeschäft, Kanzlei mit Publikumsverkehr) oder ob Sie zu Ihren Kunden fahren (Dienstleister ohne Kundenverkehr vor Ort).
- Ergänzen Sie Telefonnummer, Website und, falls vorhanden, weitere Kontaktwege.
- Starten Sie die Verifizierung — welche Methoden dafür infrage kommen, hängt von Kategorie und Standort ab.
Die sechs Schritte beim Anlegen eines neuen Google-Unternehmensprofils — von der Kontowahl bis zum Start der Verifizierung.
Name, Kategorie und Adresse: Entscheidungen, die später schwer zu ändern sind
Diese drei Angaben wirken banal, sind aber genau die Stellen, an denen die meisten neuen Profile entweder abgelehnt werden oder von Anfang an falsch aufgestellt sind.
Ausführlich: Warum der Firmenname keine Zusatzwörter enthalten darf ▸
Google erlaubt im Namensfeld ausschließlich den tatsächlichen, im Alltag verwendeten Firmennamen — keine zusätzlichen Leistungen, Orte oder Werbeslogans. Die offizielle Google-Richtlinie zur Darstellung von Unternehmen stellt dazu klar: Zusätzliche Informationen im Namen sind nicht zulässig und können zur Sperrung des Unternehmensprofils führen. Ein Beispiel aus der Praxis: „Mustermann Dachdecker“ ist ein zulässiger Name. „Mustermann Dachdecker – Dachsanierung, Dachreparatur, Notdienst 24/7 München“ verstößt gegen die Richtlinie, auch wenn die zusätzlichen Begriffe inhaltlich stimmen — genau dieses sogenannte Keyword-Stuffing im Namensfeld ist einer der häufigsten Gründe für eine spätere Sperrung. Ebenso wichtig: Der hier gewählte Name sollte anschließend überall identisch verwendet werden – wie stark schon kleine Abweichungen zwischen Website, Profil und Verzeichnissen das Ranking beeinflussen, erklärt unser Ratgeber zur NAP-Konsistenz.
Bei der Kategorie zählt vor allem die Primärkategorie, weil sie stärker in die Sichtbarkeit einfließt als jede der möglichen Zusatzkategorien. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten trifft, nicht die mit der größten Reichweite — ein Malerbetrieb sollte als „Malerbetrieb“ geführt werden, nicht als das allgemeinere „Bauunternehmen“, selbst wenn Letzteres mehr Suchanfragen hätte.
Ausführlich: Adresse anzeigen oder Einzugsgebiet angeben? ▸
Laut der offiziellen Google-Hilfe zu Dienstleistern mit Einzugsgebiet gilt: Wer Kundinnen und Kunden nicht an der eigenen Geschäftsadresse empfängt, sondern vor Ort besucht oder liefert, sollte die Adresse ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Google zieht dafür eine konkrete Grenze: Das gesamte Einzugsgebiet sollte nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Unternehmensstandort entfernt liegen. Für die Praxis heißt das: Ein Malerbetrieb oder eine Dachdeckerei, die beim Kunden zu Hause arbeitet, blendet die Adresse aus und trägt stattdessen die bedienten Orte ein. Eine Anwaltskanzlei oder ein Maklerbüro mit eigenen Räumen, in die Mandanten oder Interessenten kommen, zeigt die Adresse dagegen ganz normal an. Wie Sie ein solches Service Area Business im Detail einrichten, zeigt unser eigener Ratgeber dazu. Wird der Betrieb von der eigenen Privatadresse aus geführt, gilt zusätzlich eine wichtige Besonderheit – wie sich Local SEO ohne Ladenlokal umsetzen lässt, erklärt unser separater Ratgeber dazu.
Verifizierung: der letzte Schritt vor der Freischaltung
Ohne Verifizierung bleibt ein neues Profil unsichtbar — Google muss zunächst bestätigen, dass es Ihr Unternehmen tatsächlich gibt und Sie berechtigt sind, es zu verwalten. Je nach Kategorie und Standort bietet Google dafür unterschiedliche Methoden an: Anruf, SMS, Video-Aufnahme des Standorts, E-Mail oder, seltener geworden, eine Postkarte mit Code per Post. Welche der verschiedenen Verifizierungsmethoden Ihnen angeboten wird, entscheidet Google automatisch anhand Ihrer Angaben — eine Auswahl ist meist nicht möglich. Nach erfolgreicher Verifizierung wird das Profil in der Regel innerhalb weniger Stunden bis Tage öffentlich sichtbar.
Die häufigsten Gründe, warum ein neues Profil abgelehnt oder gesperrt wird
- Name mit Zusatzinformationen: Leistungen, Orte oder Slogans im Namensfeld, wie oben beschrieben — der häufigste Einzelgrund.
- Falsche oder zu breite Kategorie: Eine Kategorie, die nicht zum tatsächlichen Kerngeschäft passt, etwa ein Vermittler, der sich als ausführender Handwerksbetrieb einträgt.
- Adresse ohne echten Publikumsverkehr: Eine private Wohnadresse oder ein reiner Briefkasten-Standort, der als Ladengeschäft mit Kundenverkehr dargestellt wird, obwohl niemand dort vorbeikommen kann.
- Mehrfach-Einträge: Ein zweites Profil für denselben Standort, oft versehentlich angelegt, weil ein älteres, vergessenes Profil bereits existiert – in diesem Fall stuft Google eines davon als Duplikat ein und entfernt es vollständig.
Ein abgelehntes oder gesperrtes Profil lässt sich in vielen Fällen über einen Einspruch bei Google wieder aktivieren, sobald der eigentliche Verstoß behoben ist — deutlich schneller geht es aber, die vier Punkte oben direkt beim ersten Anlegen zu vermeiden.
Nach der Freischaltung: was direkt noch fehlt
Ein freigeschaltetes Profil ist der Anfang, nicht das Ergebnis. Öffnungszeiten, Fotos, eine kurze Unternehmensbeschreibung und die ersten Attribute sollten direkt im Anschluss ergänzt werden — ein leeres, gerade erst verifiziertes Profil wirkt auf Suchende wenig vertrauenswürdig. Wie oft diese Pflege danach wirklich nötig ist, erklärt unser Ratgeber zur laufenden Profilpflege. Welche laufenden Aufgaben danach realistisch in Eigenregie zu bewältigen sind und wie viel Zeit das kostet, zeigt unser Ratgeber zum SEO lernen als Betriebsinhaber mit einem konkreten Lernfahrplan.