Ratgeber

Wie viele Unterseiten braucht meine Betriebs-Website wirklich?

September 26, 2026 5 Min. Lesezeit

Für die meisten lokalen Handwerksbetriebe reichen 6 bis 10 Unterseiten: eine Startseite, eine Seite pro klar unterscheidbarer Kernleistung, eine Über-uns-Seite, eine Kontaktseite, eine Referenzen-Seite sowie Impressum und Datenschutz. Mehr Standorte oder Leistungen mit eigenem Suchvolumen rechtfertigen zusätzliche Seiten – aber die reine Seitenanzahl einer Website sagt für sich genommen wenig über ihre Sichtbarkeit aus, wie unsere eigene Auswertung realer Handwerksbetrieb-Websites weiter unten zeigt.

Die Kernstruktur, die für die meisten Betriebe ausreicht

Bevor über zusätzliche Unterseiten nachgedacht wird, lohnt sich der Blick auf die Basis: Diese sechs Seitentypen decken den Bedarf der meisten lokalen Handwerksbetriebe bereits vollständig ab. Wie eine einzelne Leistungsseite aufgebaut sein sollte, beschreibt der Ratgeber Leistungsseite schreiben.

Seite Zweck Anzahl
Startseite Erster Eindruck, Leistungsüberblick, Vertrauenssignale 1
Leistungsseiten Eine Seite pro klar unterscheidbarer Kernleistung, nicht pro Variante 1 pro Kernleistung
Über uns Team, Qualifikationen, Werdegang des Betriebs 1
Referenzen Abgeschlossene Projekte, Bewertungen, Vorher-Nachher 1
Kontakt Formular, Telefonnummer, Anfahrt 1
Impressum & Datenschutz Rechtlich verpflichtend 2

Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Elektrobetrieb mit den Kernleistungen Elektroinstallation, Photovoltaik und Smart Home kommt mit dieser Struktur auf 3 (Startseite, Über uns, Kontakt) + 3 (je eine Leistungsseite) + 1 (Referenzen) + 2 (rechtlich) = 9 Unterseiten – ausreichend, um jede Kernleistung einzeln für die passenden Suchanfragen zu optimieren, ohne die Website unnötig aufzublähen. Wie viele Fotos speziell die Referenzen-Seite dabei zeigen sollte, behandelt unser Ratgeber zur richtigen Foto-Anzahl. Eine siebte Kategorie kommt optional hinzu: redaktionelle Ratgeber-Inhalte zu echten Kundenfragen. Anders als reine Produktvarianten bedienen diese Seiten ein eigenständiges Suchvolumen, statt bestehende Leistungsseiten zu kannibalisieren – dazu mehr im Abschnitt zu den Fällen, in denen sich zusätzliche Unterseiten lohnen.

Warum mehr Unterseiten nicht automatisch mehr Sichtbarkeit bringen: unsere eigene Auswertung

Um die verbreitete Annahme „mehr Unterseiten gleich mehr Sichtbarkeit“ zu prüfen, haben wir fünf reale, öffentlich zugängliche Handwerksbetrieb-Websites aus der Region Aachen (zwei Dachdecker-, drei Elektrikerbetriebe) per Ahrefs Site Explorer ausgewertet: Anzahl der von Ahrefs erfassten Unterseiten im Vergleich zum geschätzten monatlichen organischen Traffic. Aus Rücksicht auf die einzelnen Betriebe sind die Ergebnisse anonymisiert.

Betrieb Unterseiten (Ahrefs) Geschätzter org. Traffic/Monat Rankende Keywords
Betrieb A (Elektriker) 8 52 3 (davon 2 in Top 3)
Betrieb B (Dachdecker) 8 31 1
Betrieb C (Dachdecker) 9 24 3
Betrieb D (Elektriker) 11 10 4 (davon 1 in Top 3)
Betrieb E (Elektriker) 250 23 8 (davon 1 in Top 3)

Das auffälligste Ergebnis: Betrieb E hat mit 250 Unterseiten – unter anderem Konfiguratoren, Rechner, Markenkataloge und Dutzende News-Artikel – mehr als 27-mal so viele Unterseiten wie Betrieb A, erzielt aber weniger geschätzten organischen Traffic als drei der vier deutlich kleineren Websites. Betrieb A kommt mit nur 8 fokussierten Unterseiten auf mehr als doppelt so viel Traffic wie Betrieb E. Die Seitenanzahl einer Website korreliert in dieser Stichprobe nicht mit ihrer Sichtbarkeit – die Relevanz jeder einzelnen Seite für eine tatsächlich gesuchte Frage schon.

Die Falle der Leistungs-Unterseite pro Variante

Welche Leistungen dagegen eine eigene Seite verdienen, beantwortet der Ratgeber Eigene Seite pro Leistung. Ein häufiger Fehler bei der Planung: Für jede Variante einer Leistung eine eigene Unterseite anzulegen, statt eine Kernleistung auf einer Seite gebündelt zu behandeln. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Dachdeckerbetrieb legt separate Unterseiten für „Dacheindeckung mit Tonziegeln“, „Dacheindeckung mit Betondachsteinen“ und „Dacheindeckung mit Schiefer“ an – drei fast identische Seiten mit demselben Kerntext und minimal unterschiedlichem Produktnamen. Für Google sind das potenziell konkurrierende, sich gegenseitig kannibalisierende Seiten ohne eigenständiges Suchvolumen; für den Betrieb bedeutet es dreifachen Pflegeaufwand. Sinnvoller: eine Seite „Dacheindeckung“ mit einem Abschnitt zu den Materialoptionen, ergänzt um eine eigene Seite nur dann, wenn ein Material selbst ein relevantes, eigenständiges Suchvolumen hat (zum Beispiel „Reetdach“ als eigene Handwerksdisziplin mit eigener Zielgruppe). Der Unterschied lässt sich an einer einfachen Kontrollfrage festmachen: Würde jemand genau nach diesem Begriff suchen, ohne die übergeordnete Leistung zu kennen? Bei „Reetdach“ lautet die Antwort ja, bei „Dacheindeckung mit Betondachsteinen“ in aller Regel nein.

Wann zusätzliche Unterseiten sich wirklich lohnen

Drei Situationen rechtfertigen zusätzliche Unterseiten über die Kernstruktur hinaus:

Mehrere Standorte mit jeweils eigener Zielgruppe. Ein Betrieb mit Niederlassungen in Aachen und Düren braucht in der Regel je eine eigene Standortseite, weil Kunden lokal suchen („Elektriker Düren“) und Google jeden Standort einzeln einordnen soll. Wie sich das strukturell und rechtlich sauber umsetzen lässt, ohne Duplicate-Content-Probleme zu riskieren, zeigt unser separater Ratgeber zu Local SEO für Franchise- und Filialbetriebe.

Leistungen mit eigenem, nachweisbarem Suchvolumen. Wenn „Dachsanierung“ und „Flachdachabdichtung“ beide über ein eigenständiges monatliches Suchvolumen verfügen und unterschiedliche Kundenanliegen bedienen, rechtfertigt das zwei getrennte Seiten statt eines gemeinsamen Abschnitts.

Redaktionelle Ratgeber-Inhalte zu echten Kundenfragen. Anders als reine Produktvarianten beantworten gute Ratgeber-Artikel eigenständige Fragen („Wie lange dauert eine Dachsanierung?“) und ziehen dadurch eigenes Suchvolumen an, statt bestehende Seiten zu kannibalisieren. Wie viel Zeit sich eine solche zusätzliche Sichtbarkeit über Content überhaupt lohnt, erklärt unser separater Ratgeber zur Wirkungsdauer von Local SEO.

Interaktiv: Wie viele Unterseiten braucht Ihr Betrieb?

Stellen Sie die Anzahl Ihrer klar unterscheidbaren Kernleistungen und Standorte ein, um eine grobe Orientierung zu erhalten:

Empfohlene Mindestanzahl Unterseiten: 9

    Fazit: Struktur vor Umfang

    Wie viele Unterseiten eine Betriebs-Website wirklich braucht, hängt nicht von einer pauschalen Zahl ab, sondern von der Anzahl klar unterscheidbarer Kernleistungen und Standorte - für die meisten lokalen Handwerksbetriebe sind das 6 bis 10 Seiten. Unsere eigene Auswertung zeigt: Eine Website mit dem 27-fachen an Unterseiten muss deshalb nicht sichtbarer sein, sie kann sogar deutlich dahinter zurückbleiben, wenn viele dieser Seiten kein eigenständiges Suchvolumen bedienen. Damit jede dieser Seiten gefunden wird, braucht sie mindestens einen Link von einer anderen Seite, wie der Ratgeber Interne Verlinkung für kleine Websites zeigt. Ob sich für den eigenen Betrieb eine individuell entwickelte Website oder ein Baukasten-System eher lohnt, zeigt unser separater Ratgeber dazu. Worauf bei einem Angebot für eine neue Website zu achten ist, erklärt unser Ratgeber zum seriösen Website-Angebot.

    Häufige Fragen

    Wie viele Unterseiten braucht eine Handwerksbetrieb-Website mindestens?

    In den meisten Fällen reichen 6 bis 10 Unterseiten: Startseite, eine Seite pro klar unterscheidbarer Kernleistung, Über uns, Kontakt, Referenzen sowie Impressum und Datenschutz. Mehr Standorte oder mehr eigenständig gesuchte Leistungen rechtfertigen zusätzliche Seiten.

    Bringen mehr Unterseiten automatisch mehr Sichtbarkeit bei Google?

    Nein. Unsere eigene Auswertung von fünf realen Handwerksbetrieb-Websites zeigt, dass eine Seite mit nur 8 Unterseiten mehr als doppelt so viel geschätzten organischen Traffic erzielt wie eine Seite mit 250 Unterseiten.

    Wann lohnen sich zusätzliche Unterseiten wirklich?

    Bei mehreren Standorten mit jeweils eigener Zielgruppe, bei Leistungen mit eigenem, nachweisbarem Suchvolumen und bei redaktionellen Ratgeber-Inhalten, die konkrete Fragen von Kunden beantworten - nicht bei Varianten derselben Leistung.

    Zur Zusammenarbeit

    Was kostet das?

    Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

    Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

    Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

    Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

    Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

    Was muss ich selbst dazu beitragen?

    Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

    Wem gehört die Website am Ende?

    Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

    Und wenn es nicht funktioniert?

    Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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