Sichtbarkeit in KI-Antworten misst man als Quote: Sie legen eine feste Liste von Fragen fest, prüfen sie über mehrere Zeitpunkte und zählen, wie oft Ihre Seite genannt wird. Eine Einzelabfrage reicht nicht. In unserer Auswertung von 18 Momentaufnahmen zu vier Kostensuchen zeigte Google in 15 eine AI Overview, doch zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen überschnitten sich die verlinkten Domains im Mittel nur zu 30 Prozent.
Warum eine Einzelmessung nicht reicht
KI-Antworten sind keine feste Rangliste. Laut Googles Leitfaden zu KI-Funktionen können AI Overviews und AI Mode mehrere verwandte Suchen ausführen und die Antwort aus verschiedenen Quellen zusammensetzen, welche Links dabei erscheinen, kann sich also ändern. Wer einmal nachsieht und seine Seite findet oder nicht findet, misst einen Zufallstreffer. Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Malerbetrieb sucht seine Kostenseite, sieht sie in der AI Overview und hält die Sichtbarkeit für gesichert. Drei Wochen später fehlt sie. Gemessen hat er einen Zeitpunkt, keinen Zustand.
Erste Ansätze im Überblick
Es gibt keinen einzelnen Bericht für alle KI-Systeme. Die Tabelle fasst die Ansätze zusammen, die schon heute funktionieren:
| Ansatz | Was er zeigt | Grenze |
|---|---|---|
| Search Console, Web-Bericht | Klicks und Impressionen, einschließlich AI Overviews und AI Mode | Keine Trennung nach KI und klassischer Suche |
| Festes Fragen-Panel | Wie oft Ihre Seite bei Ihren Fragen genannt wird | Aufwand, Ergebnisse hängen von Zeitpunkt und Nutzer ab |
| SERP-Tool mit Verlauf, etwa Ahrefs | Verlinkte Quellen je Momentaufnahme | Nur Suchanfragen, die das Tool erfasst |
| Analyseprogramm | Besucher mit utm_source=chatgpt.com | Nur Klicks, keine Nennungen ohne Klick |
| Server-Log | Abrufe durch OAI-SearchBot und ChatGPT-User | Zeigt Abruf, nicht Nennung |
Zwei dieser Wege sind belegt dokumentiert: Google zählt Zugriffe aus AI Overviews und AI Mode im Web-Bericht der Search Console mit, wie auch der Ratgeber zur Sichtbarkeit in Gemini beschreibt, und laut den FAQ von OpenAI für Publisher hängt ChatGPT an Links den Parameter utm_source=chatgpt.com an, wenn die Seite OAI-SearchBot zulässt. Wie Sie die Abrufe im Log erkennen, zeigt der Ratgeber Wird meine Website von ChatGPT gecrawlt?.
Eigene Auswertung: Wie stabil sind die Quellen?
Wir haben vier Kostensuchen (Maler, Heizung, Schlüsseldienst, Elektriker) über mehrere Monate in den Momentaufnahmen von Ahrefs verglichen, insgesamt 18 Aufnahmen. Das erste Diagramm zeigt, in wie vielen eine AI Overview zu sehen war:
Anteil der Momentaufnahmen mit AI Overview je Suchanfrage.
In 15 von 18 Aufnahmen gab es eine AI Overview, bei Maler und Heizung in allen fünf. Bei der Suche nach den Kosten pro Stunde für Elektriker fehlte sie in zwei von vier Aufnahmen, dort stand an ihrer Stelle ein Textauszug beziehungsweise eine Fragenliste. Die Zahl der Treffer allein sagt also wenig. Wichtiger ist, welche Quellen jeweils verlinkt waren. Das zweite Diagramm zeigt, wie viele Domains zwei aufeinanderfolgende Aufnahmen gemeinsam hatten:
Anteil der Domains, die in zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen verlinkt waren, an allen in einer der beiden genannten Domains.
Im Mittel waren es 30 Prozent, im Einzelfall zwischen 9 und 50 Prozent. Die Tabelle zeigt, wie wenige Domains in jeder Aufnahme mit Links standen:
| Suchanfrage | Momentaufnahmen mit Links | Domains in allen |
|---|---|---|
| Maler kosten | 4 | 1 von 14 |
| Heizung kosten | 4 | 2 von 17 |
| Elektriker, Kosten pro Stunde | 2 | 2 von 9 |
| Schlüsseldienst kosten | 3 | 0 von 12 |
Bei der Schlüsseldienst-Suche stand keine Domain in allen drei Aufnahmen mit Links. Handwerksbetriebe tauchen auf, aber nicht dauerhaft: Ein Malerbetrieb war in drei von vier Aufnahmen verlinkt, ein Elektrobetrieb in beiden Aufnahmen mit Links. Drei Einschränkungen gehören dazu: Es sind nur vier Suchanfragen, die Aufnahmen stammen aus den Daten eines Tools, und sie liegen unterschiedlich weit auseinander. Warum solche Seiten überhaupt verlinkt werden, zeigt der Ratgeber zu AI Overviews.
So bauen Sie eine einfache Messung auf
- Feste Fragenliste: Wählen Sie 10 bis 20 Fragen, die Ihre Kunden stellen, zum Beispiel „Was kostet ein Elektriker pro Stunde?“, und ändern Sie die Liste nicht, sonst sind die Zahlen nicht vergleichbar.
- Regelmäßig wiederholen: Prüfen Sie dieselben Fragen alle ein bis zwei Wochen und notieren Sie, ob eine AI Overview erscheint und ob Ihre Seite verlinkt ist.
- Quote statt Einzelfall: Teilen Sie die Zahl der Nennungen durch die Zahl aller Prüfungen, so erhalten Sie die Sichtbarkeitsquote.
- Zahlen aus Ihren Daten ergänzen: Vergleichen Sie die Quote mit Besuchern aus der Search Console und aus dem Analyseprogramm, wie es die Leistung Tracking und Erfolgsmessung beschreibt.
- Kunden fragen: Ergänzen Sie im Erstgespräch die Frage „Wie haben Sie uns gefunden?“, denn eine Nennung ohne Klick taucht in keinem Bericht auf.
Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Elektrobetrieb prüft 12 Fragen an vier Terminen, das sind 48 Prüfungen. Seine Seite wird 14-mal verlinkt, die Quote liegt bei 29 Prozent. Nach der Überarbeitung der Kostenseite prüft er wieder 48-mal und kommt auf 19 Nennungen, also 40 Prozent. Weil beide Messungen dieselben Fragen und gleich viele Prüfungen nutzen, sind sie vergleichbar, doch der Unterschied von 11 Prozentpunkten liegt noch innerhalb der Unsicherheit von höchstens etwa 14 Prozentpunkten und ist nur ein Hinweis, kein Beleg. Die Zahlen sind ein Beispiel, tragen Sie Ihre eigenen ein.
Interaktiv: Ihre Sichtbarkeitsquote
Tragen Sie Ihre Zahlen ein, um Quote und Unsicherheit zu sehen:
Fazit: Wiederholen statt einmal nachsehen
Sichtbarkeit in KI-Antworten lässt sich heute nicht mit einem Bericht messen, aber mit einer festen Fragenliste, regelmäßigen Wiederholungen und den Daten, die Google und OpenAI nennen. In unserer Stichprobe wechselten die verlinkten Quellen von Aufnahme zu Aufnahme stark, deshalb zählt die Quote über viele Prüfungen und nicht ein einzelner Treffer. Eine Garantie gibt auch die beste Messung nicht, sie zeigt nur, ob sich die Lage verbessert.