Ratgeber

Alt-Text für Bilder: Mehr als nur ein SEO-Detail

Oktober 15, 2026 5 Min. Lesezeit

Der Alt-Text für Bilder ist mehr als ein SEO-Detail: Er beschreibt ein Bild für Menschen, die es nicht sehen, und hilft Google, das Motiv zu verstehen. Google nennt das alt-Attribut das wichtigste Attribut für zusätzliche Informationen zu einem Bild und rät von aneinandergereihten Suchbegriffen ab. Bei 560 Bildern auf 26 Betriebs-Websites hatten 358 (64 Prozent) einen individuellen Alt-Text, 92 einen leeren, 63 immer denselben Text, 22 gar keinen und 21 einen Dateinamen. Auf vier Websites hatte kein einziges Bild einen Alt-Text.

Wozu der Alt-Text da ist

Laut Googles Richtlinien für Bilder in der Google-Suche hilft der Alt-Text Menschen, die Bilder nicht sehen können, und Nutzern mit langsamer Verbindung. Google nutzt ihn zusammen mit Bilderkennung und Seiteninhalt, um das Motiv zu verstehen, und bei Bildern als Link dient er als Ankertext. Ob ein Bild überhaupt einen Text braucht, regelt der Entscheidungsbaum des W3C: Informative Bilder bekommen eine kurze Beschreibung, funktionale Bilder wie Logos in Links beschreiben die Aktion, rein dekorative Bilder ein leeres alt-Attribut. Die Tabelle übersetzt das für Betriebe:

Bildtyp Was ins alt-Attribut gehört Beispiel Handwerksbetrieb
Projektfoto (informativ) Kurze Beschreibung von Motiv und Leistung Ebenerdige Dusche mit Glaswand und Natursteinfliesen
Logo als Link zur Startseite Funktion oder Firmenname Zur Startseite von Elektro Müller
Rein dekoratives Bild Leer, der Text bleibt weg Holzmaserung als Hintergrund
Diagramm oder Preistabelle als Bild Kurzbeschreibung, die Zahlen stehen im Text Preisspannen nach Badgröße, Werte im Absatz darunter

So schreiben Sie einen guten Alt-Text

Beschreiben Sie knapp, was zu sehen ist und wofür es steht, in einem Satz ohne Füllwörter. Google zeigt in seinen Richtlinien den Unterschied an einem Hund: ein fehlender Alt-Text ist schlecht, „Welpe“ ist sauber, aber allgemein, ein konkreter Satz wie „Dalmatiner-Welpe beim Apportieren“ ist am besten. Die gleiche Logik gilt für Ihre Projektfotos (die Formulierungen sind Beispiele):

Schwach Besser
IMG_3994d.jpg Neue Fußbodenheizung im Altbau, Rohre vor dem Estrich verlegt
Bad Gäste-WC mit wandhängender Toilette und dunklen Fliesen
Elektriker Aachen Elektriker Notdienst Aachen günstig Monteur setzt eine Wallbox an der Garagenwand
Bild von einem Dach Neu gedecktes Satteldach mit roten Tonziegeln

Dass Ihre eigenen Fotos mehr Vertrauen schaffen als Stockbilder, zeigt der Ratgeber Eigene Fotos statt Stockmaterial, und wie Sie sie aufnehmen, der Ratgeber Website-Fotos für Betriebe. Der Alt-Text macht aus einem Foto eine nachprüfbare Aussage.

Zwei Sonderfälle kommen im Betrieb häufig vor. Ist ein Bild ein Link, etwa das Logo oder ein Referenzfoto mit Verweis auf das Projekt, ersetzt der Alt-Text den Linktext: Ohne ihn weiß ein Screenreader nicht, wohin der Link führt, und Google bekommt keinen Ankertext. Steht Text im Bild, zum Beispiel eine als Foto eingefügte Preisliste, gehört derselbe Text zusätzlich auf die Seite, denn das W3C verlangt, dass Text im Bild wiedergegeben wird, wenn er nirgends sonst steht. Ein Preisfoto ohne Text im Alt-Attribut und im Absatz bleibt für Suchende ohne Bildschirm unlesbar.

Eigene Auswertung: Alt-Texte auf Betriebs-Websites

Wir haben bei 26 Betriebs-Websites jeweils bis zu fünf Seiten abgerufen und alle Bilder im Inhaltsbereich ausgewertet, ohne Kopf- und Fußzeile, insgesamt 560 verschiedene Bilder. Jeden Alt-Text haben wir einer Art zugeordnet. Das Diagramm zeigt die Anteile:

Individueller Alt-Text64 % (358 von 560)Leer (alt ohne Text)16 % (92 von 560)Gleicher Text bei mehreren Bildern11 % (63 von 560)Alt-Attribut fehlt4 % (22 von 560)Dateiname als Alt-Text4 % (21 von 560)Nur „logo“1 % (4 von 560)

Anteil der 560 Bilder nach Art des Alt-Textes. „Wiederholt“ heißt: derselbe Text bei mindestens drei Bildern derselben Website.

Zwei Drittel der Bilder haben einen eigenen Text. Der Rest verteilt sich auf leere Alt-Texte (16 Prozent), wiederholte Texte, fehlende Attribute und Dateinamen wie „IMG_3994d.jpg“ oder „Folie1.JPG“. Ein Beispiel für Wiederholung: Eine Tischlerei nutzt „Impressionen unserer Arbeiten“ bei 36 verschiedenen Bildern. Je Website sieht die Verteilung so aus:

Anteil der Bilder mit individuellem Alt-Text je Website Websites
100 Prozent 10
50 bis 99 Prozent 8
1 bis 49 Prozent 4
0 Prozent (kein einziges Bild) 4

Vier Websites haben kein einziges Bild mit eigenem Alt-Text, bei zwei davon fehlt das Attribut ganz, bei zwei ist es leer. Ein Zusammenhang mit der Anzahl der Bilder besteht nicht: Eine Website mit 104 Bildern hat überall einen eigenen Text, eine mit 14 Bildern nirgends. Gute Nachricht: Aneinandergereihte Suchbegriffe haben wir nicht gefunden, der Median liegt bei sechs Wörtern, nur 6 von 447 vorhandenen Alt-Texten sind länger als 125 Zeichen. Allerdings bestehen 21 Prozent der vorhandenen Texte nur aus ein oder zwei Wörtern.

Fünf Einschränkungen gehören dazu: Wir haben höchstens fünf Seiten je Website geprüft, ein „individueller“ Text ist nicht automatisch ein guter, ein leerer Text kann bei dekorativen Bildern richtig sein, mehrere Websites mit gleicher Vorlage zählen einzeln, und auf Websites mit nur ein bis drei Bildern sagt der Anteil wenig aus.

In einer halben Stunde nachholen

Gehen Sie die Bilder nach Wichtigkeit durch: zuerst Projektfotos und Referenzen, dann Team und Zertifikate, zuletzt Dekoration. In WordPress tragen Sie den Text in der Mediathek im Feld „Alternativer Text“ ein, und beim Hochladen sollte der Dateiname schon das Motiv nennen, wie es der Ratgeber Bilder für die Website optimieren beschreibt. Rechnen Sie, als Annahme, mit etwa einer Minute je Bild: Bei 30 Bildern sind das 30 Minuten. Wer Seiten ohnehin überarbeitet, kann den Alt-Text im Zug der Content-Pflege mitpflegen.

Selbstcheck: Alt-Text prüfen

Tragen Sie einen Alt-Text ein und sehen Sie, was auffällt. Voreingestellt ist ein Beispiel aus der Auswertung:

Alt-Text prüfen

Fazit: Beschreiben, was zu sehen ist

Ein guter Alt-Text beschreibt in einem Satz, was auf dem Bild zu sehen ist, und hilft damit Menschen und Suchmaschinen. Er ersetzt keine eigenen Fotos und keine Texte auf der Seite, macht aber aus einem Foto eine nachprüfbare Aussage. Prüfen Sie zuerst Ihre Referenzfotos, schreiben Sie keine Suchbegriffe hinein und lassen Sie rein dekorative Bilder leer. Ob bessere Alt-Texte mehr Anfragen bringen, zeigt unsere Auswertung nicht, sie zeigt nur, wie oft sie fehlen.

Häufige Fragen

Was ist ein Alt-Text und wozu dient er?

Der Alt-Text ist die Beschreibung eines Bildes im alt-Attribut. Er hilft Menschen, die das Bild nicht sehen, und nach Googles Bildrichtlinien auch der Suche, das Motiv zu verstehen. Google nennt ihn das wichtigste Attribut für zusätzliche Informationen zu einem Bild.

Wie schreibe ich einen guten Alt-Text?

Beschreiben Sie knapp und konkret, was zu sehen ist und wofür es steht, etwa „Ebenerdige Dusche mit Glaswand und Natursteinfliesen“ statt „Bad“. Google rät von aneinandergereihten Suchbegriffen ab, weil das die Nutzererfahrung verschlechtert.

Brauchen dekorative Bilder einen Alt-Text?

Nein. Nach dem Entscheidungsbaum des W3C bekommen rein dekorative Bilder ein leeres alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Bei Projektfotos ist ein leeres Attribut dagegen ein Fehler, bei 92 von 560 geprüften Bildern war es leer.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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