Wie ChatGPT Quellen für lokale Empfehlungen auswählt, legt OpenAI nicht offen. Belegt ist nur der Rahmen: ChatGPT schreibt Fragen in gezielte Suchanfragen um, fragt teils Suchpartner ab, nutzt einen ungefähren Standort aus der IP-Adresse und zeigt Quellen von Seiten, die den Suchcrawler OAI-SearchBot nicht ausschließen. Für Betriebe heißt das praktisch: nicht aussperren, Leistung und Ort klar nennen und keine festen Plätze erwarten. In unserer Stichprobe von 57 Websites sperrte keine von 55 mit robots.txt den OAI-SearchBot.
Was OpenAI über die Quellenauswahl sagt
Laut OpenAIs Hilfeartikel zur Websuche in ChatGPT schreibt das System die Frage typischerweise in eine oder mehrere gezielte Suchanfragen um und schickt sie an Suchpartner. Es nutzt einen ungefähren Standort aus der IP-Adresse, um lokale Ergebnisse zu verbessern, und gibt dafür nicht die IP-Adresse selbst weiter. OpenAI warnt außerdem, dass Quellen unvollständig, veraltet oder falsch sein können. Die Tabelle fasst die Schritte zusammen:
| Schritt bei der Suche | Was OpenAI dazu sagt | Folge für Betriebe |
|---|---|---|
| Frage umschreiben | ChatGPT schreibt die Frage in eine oder mehrere gezielte Suchanfragen um | Seiten sollten die Begriffe der umgeschriebenen Anfrage enthalten, etwa Leistung und Ort |
| Suchpartner abfragen | Die Anfragen gehen teils an Suchpartner, genannt werden Microsoft und Shopify | Auffindbarkeit bei Partnern kann eine Rolle spielen, Ranking-Kriterien nennt OpenAI nicht |
| Standort einbeziehen | Ein ungefährer Standort aus der IP-Adresse fließt in die Anfrage ein | Eine Frage ohne Ortsangabe kann mit dem Ort ergänzt werden |
| Quellen anzeigen | Antworten können Quellen zitieren, aber unvollständig oder veraltet sein | Zitate sind keine Garantie für Richtigkeit, eigene Angaben aktuell halten |
Ein Beispiel zur Einordnung: Fragt jemand in Köln nach einem guten Dachdecker, kann ChatGPT daraus eine Suchanfrage wie „Dachdecker Köln“ machen. OpenAI nennt dieses Verfahren am Beispiel von Restaurants in einer Stadt, die Übertragung auf Handwerksbetriebe ist unsere Einordnung. Eine Seite, die Leistung und Ort schon in der Überschrift nennt, wie es der Ratgeber zur lokalen Landingpage beschreibt, passt dazu besser als eine allgemeine Leistungsseite.
Die Crawler: OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User
OpenAI unterscheidet laut der Übersicht der OpenAI-Crawler drei Kennungen, die sich unabhängig voneinander in der robots.txt steuern lassen. Wer OAI-SearchBot ausschließt, erscheint nach Angaben von OpenAI nicht in den Suchantworten, höchstens als Navigationslink. Änderungen an der robots.txt brauchen etwa 24 Stunden, und OpenAI empfiehlt, auch die veröffentlichten IP-Bereiche zuzulassen:
| Kennung | Zweck laut OpenAI | Empfehlung für die robots.txt |
|---|---|---|
| OAI-SearchBot | Zeigt Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT | Erlauben, sonst erscheint die Seite nicht in Suchantworten |
| GPTBot | Sammelt Inhalte, die zum Training dienen können | Getrennt entscheiden, betrifft nicht die Suchanzeige |
| ChatGPT-User | Besucht Seiten auf Anfrage eines Nutzers | Regeln greifen unter Umständen nicht, zählt nicht für die Suche |
Wie die robots.txt aufgebaut ist, erklärt unser Ratgeber zur robots.txt.
Eigene Auswertung: Wer sperrt OpenAI-Bots aus?
Wir haben bei 57 Websites aus unseren früheren Stichproben die robots.txt geprüft: 20 Ratgeber-Websites zu Handwerkskosten, 30 Betriebs-Websites und 7 Verzeichnis-Domains. 55 hatten eine robots.txt. Zusätzlich haben wir die Startseite einmal mit einer normalen Browserkennung und einmal mit der Kennung von OAI-SearchBot abgerufen. Das Diagramm zeigt die Ergebnisse:
Anteil der Domains je Gruppe. Basis: Ratgeber 20, Betriebe 28 mit robots.txt (30 beim Abruftest), Verzeichnisse 7.
Keine der 55 robots.txt sperrte OAI-SearchBot. Eine Ratgeber-Website sperrte GPTBot, also nur das Training. Auffällig ist der Unterschied bei der Pflege: Von den 20 Ratgeber-Websites nannten 5 OpenAI-Bots ausdrücklich in der robots.txt, bei den 28 Betriebs-Websites und den 7 Verzeichnissen keine. Betriebe haben sich mit dem Thema offenbar noch nicht beschäftigt, auch nicht im Sinne eines Ausschlusses. Bei einer Betriebs-Website antwortete der Server auf die Kennung von OAI-SearchBot mit einem 403-Fehler, obwohl er die normale Browserkennung bediente. Das war ein reiner Test mit der Kennung, nicht mit den echten IP-Adressen von OpenAI. Drei Einschränkungen gehören dazu: Die Stichprobe ist klein, die robots.txt sagt nichts über die tatsächliche Auswahl, und Firewalls prüfen oft die IP-Adresse statt der Kennung.
Was bei lokalen Empfehlungen offen bleibt
Nicht belegt ist, nach welchen Kriterien ChatGPT unter mehreren Betrieben auswählt. OpenAI nennt weder eine Rolle von Bewertungen noch von Google-Profilen oder Verzeichnissen. Plausibel, aber nicht belegt, ist ein Zusammenhang mit der Auffindbarkeit bei den genannten Suchpartnern. Sicher ist nur, was die Dokumentation sagt: Crawler zulassen, Ortsbezug ermöglichen und Angaben aktuell halten. Wie sich Ranking und KI-Zitate sonst unterscheiden, zeigt unser Vergleich SEO vs. GEO, und die Grundlagen fasst der Ratgeber Was ist GEO? zusammen.
- Crawler zulassen: Prüfen Sie robots.txt und Firewall, damit OAI-SearchBot die Seite erreichen darf, wie der Ratgeber Wird meine Website von ChatGPT gecrawlt? Schritt für Schritt zeigt.
- Ort und Leistung nennen: Beides gehört in Überschrift und ersten Absatz, damit die Seite zu einer Anfrage mit Ortsbezug passt.
- Betriebsdaten angleichen: Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall gleich stehen, wie es der Ratgeber zur NAP-Konsistenz beschreibt.
- Konkret schreiben: Preisrahmen, Dauer und Leistungen als überprüfbare Aussagen machen die Seite zitierfähig, wie unser Ratgeber zu Local SEO für die Grundlagen zeigt.
Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Elektrobetrieb stellt fest, dass sein Hoster alle unbekannten Bots mit einem 403 beantwortet. Die robots.txt ist offen, trotzdem erreicht kein Suchcrawler die Seite. Erst die Freigabe der veröffentlichten IP-Bereiche und ein Test mit dem Hoster lösen das Problem.
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Fazit: Erreichbar sein, konkret sein, nichts versprechen
Wie ChatGPT lokale Empfehlungen zusammenstellt, ist nicht öffentlich dokumentiert, und wer Garantien verspricht, kennt mehr als OpenAI selbst. Belegt sind Umschreiben der Frage, Suchpartner, ungefährer Standort und der Crawler OAI-SearchBot. Wer diesen nicht aussperrt, Ort und Leistung klar nennt und seine Betriebsdaten pflegt, erfüllt die belegbaren Voraussetzungen, mehr lässt sich seriös nicht versprechen. Wie die Lage bei einer weiteren KI-Suche aussieht, beschreibt unser Ratgeber zu Perplexity als Suchmaschine.