Für lokale Betriebe reichen vier kostenlose Quellen: die Search Console für vorhandene Suchanfragen, die Google-Autovervollständigung für Formulierungen, ein Volumen-Tool wie der Keyword Planner oder der Ahrefs Keyword Generator und Google Trends für die Saison. Keine ersetzt die anderen. In unserem Test mit 90 Autocomplete-Vorschlägen zu zehn Handwerks-Suchbegriffen hatten 54 % einen Bezug zu Auftrag, Ort oder Kosten, 26 % betrafen Beruf, Material oder Gerät, und für die sieben Ortsteil-Vorschläge zu „Elektriker Aachen“ lag nie ein Volumen von 100 oder mehr vor.
Welche kostenlosen Tools es gibt
Wir haben fünf Quellen geprüft, bei denen sich Voraussetzungen und Grenzen aus den Anbieterseiten belegen ließen: die Search Console, den Keyword Planner, Google Trends, die Autovervollständigung und den Ahrefs Keyword Generator. Die Tabelle fasst die Angaben zusammen:
| Tool | Voraussetzung | Liefert | Grenze |
|---|---|---|---|
| Search Console | Kostenlos, Nachweis der eigenen Website | Klicks, Impressionen, Klickrate und Position je Suchanfrage | Nur Begriffe, bei denen Ihre Website schon erscheint |
| Google Keyword Planner | Google-Ads-Konto mit Rechnungsdaten | Ideen für neue Keywords, geschätzte Suchen pro Monat, Kosten | Sehr kleine Begriffe lassen sich nicht ermitteln |
| Google Trends | Kostenlos, ohne Konto | Relative Popularität von 0 bis 100 im Zeitverlauf | Keine absoluten Zahlen, es ist eine Stichprobe der Suchen |
| Google-Autovervollständigung | Kostenlos, ohne Konto | Formulierungen, die auf realen Suchen beruhen | Kein Mengenmaß, abhängig von Sprache und Ort |
| Ahrefs Keyword Generator | Kostenlos, bis zu zehn Begriffe je Suche | Ideen mit Volumen und Schwierigkeit als Filter | Schätzwerte, für eine Suche gedeckelt |
AnswerThePublic, Ubersuggest und Semrush haben wir nicht bewertet, weil sich ihre Gratis-Grenzen nicht aus den Anbieterseiten bestätigen ließen, sie ändern sich außerdem laufend. Welche Begriffe überhaupt in Frage kommen, klärt der Ratgeber Keyword-Recherche für lokale Betriebe.
Eigene Auswertung: Was die Autovervollständigung taugt
Die Autovervollständigung ist das einfachste kostenlose Werkzeug, aber sie zeigt keine Mengen. Wir haben zu zehn Begriffen wie „Dachdecker“, „Badsanierung“ und „Elektriker Aachen“ die Vorschläge abgerufen, 90 Vorschläge neben den Ausgangsbegriffen, und ihnen das Volumen aus Ahrefs zugeordnet. Das Diagramm zeigt, woraus die Vorschläge bestehen:
Anteil der 90 Vorschläge je Gruppe, Anteil der Vorschläge mit Volumenwert über 100 und Ortsteile zu „Elektriker Aachen“.
| Gruppe der Vorschläge | Anzahl | Median Suchen/Monat |
|---|---|---|
| Ort, „in der Nähe“, Notdienst | 30 (26 mit Wert) | 425 |
| Kosten, Förderung, Angebot | 19 | 600 |
| Wissen und Produkt | 18 | 1.350 |
| Beruf, Material, Gerät | 23 (22 mit Wert) | 475 |
| Zum Vergleich: die zehn Ausgangsbegriffe | 10 | 6.450 |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens sind die Vorschläge je Ausgangsbegriff sehr unterschiedlich nützlich: Zu „Badsanierung“ gehörten 8 von 9 Vorschlägen zu Ort, Kosten oder Förderung, zu „Dachdecker“ dagegen 8 von 9 zu Beruf oder Material, etwa Gehalt, Ausbildung oder Schuhe, und zu „Rohrreinigung“ 7 von 9 zu Geräten. Zweitens schlägt Google kleine Orte vor, für die kaum Suchen gemessen werden: Bei „Elektriker Aachen“ standen sieben Ortsteile in der Liste, für Brand lag der Wert bei 10, für Laurensberg, Eilendorf und Burtscheid bei 0, für Walheim, Haaren und Richterich gab es keinen Wert. Vorschläge zeigen also echte Suchformulierungen, aber keine Menge. Wie sich viele solcher kleinen Begriffe auf wenigen Seiten bündeln lassen, beschreibt der Ratgeber Long-Tail-Keywords: Warum sie für lokale Betriebe oft mehr bringen. Die Einschränkungen: Es sind zehn Ausgangsbegriffe, die Gruppen haben wir selbst gebildet, Google berücksichtigt laut eigener Hilfe Sprache und Ort der Anfrage, und die Volumen sind Schätzungen aus Ahrefs.
Welches Tool für welche Aufgabe
Aus dem Test folgt eine Reihenfolge. Beginnen Sie mit der Search Console, weil sie als einzige Quelle echte Zahlen zu Ihrer Website liefert. Wie Sie dort Keyword-Ideen finden, beschreibt der Ratgeber Google Search Console für Keyword-Ideen nutzen. Nehmen Sie dann die Autovervollständigung für Formulierungen, sortieren Sie Beruf, Material und Gerät aus und prüfen Sie den Rest mit einem Volumen-Tool. Google Trends hilft, wenn Sie wissen wollen, wann im Jahr eine Leistung gefragt ist. Ein Beispiel aus dem Test: Die neun Vorschläge zu „Heizungswartung“ kommen zusammen auf 2.300 Suchen im Monat, der Ausgangsbegriff selbst auf 2.800. Der größte Vorschlag, „heizungswartung kosten“, liegt bei 700, der kleinste, „heizungswartung mieter“, bei 100. Vier der neun Vorschläge richten sich an Vermieter und Mieter, etwa „umlagefähig“ oder „Nebenkosten“, das ist eine eigene Zielgruppe mit eigener Frage. Die Tabelle zeigt die Aufgaben mit einem Beispiel:
| Aufgabe | Tool | Beispiel für einen Heizungsbetrieb |
|---|---|---|
| Vorhandene Anfragen sehen | Search Console | Für welche Anfragen erscheint die Seite „Heizungswartung“ schon? |
| Formulierungen finden | Autovervollständigung | „heizungswartung steuerlich absetzbar“ als Ratgeberthema |
| Menge abschätzen | Keyword Planner oder Generator | „heizungswartung kosten“ im Vergleich zu „heizungswartung mieter“ |
| Saison erkennen | Google Trends | Wann steigt das Interesse an Heizungswartung im Jahr? |
Welche Absicht hinter einem Begriff steckt, bevor Sie eine Seite dafür anlegen, beschreibt der Ratgeber Suchintention verstehen. Für Formulierungen aus dem Alltag Ihrer Kunden passt der Ratgeber Häufige Kundenfragen als Content nutzen.
Selbstcheck: Welches Tool passt zu Ihrer Frage?
Wählen Sie eine Frage aus:
Fazit: Kombinieren statt auswählen
Kostenlose Keyword-Tools reichen für einen lokalen Betrieb, wenn Sie sie kombinieren und jede Zahl als Schätzung lesen. Beginnen Sie diese Woche mit der Search Console und notieren Sie drei Anfragen, für die Ihre Website schon sichtbar ist. Ergänzen Sie dann pro Leistung die Vorschläge der Autovervollständigung und streichen Sie alles, was nicht zu einem Auftrag führt. Ob die Begriffe aus unserem Test bei Ihnen Anfragen bringen, belegt die Auswertung nicht. Wer die Recherche abgeben will, findet Unterstützung bei Content-Pflege.