Ratgeber

Kostenlose Keyword-Tools im Vergleich

Oktober 21, 2026 5 Min. Lesezeit

Für lokale Betriebe reichen vier kostenlose Quellen: die Search Console für vorhandene Suchanfragen, die Google-Autovervollständigung für Formulierungen, ein Volumen-Tool wie der Keyword Planner oder der Ahrefs Keyword Generator und Google Trends für die Saison. Keine ersetzt die anderen. In unserem Test mit 90 Autocomplete-Vorschlägen zu zehn Handwerks-Suchbegriffen hatten 54 % einen Bezug zu Auftrag, Ort oder Kosten, 26 % betrafen Beruf, Material oder Gerät, und für die sieben Ortsteil-Vorschläge zu „Elektriker Aachen“ lag nie ein Volumen von 100 oder mehr vor.

Welche kostenlosen Tools es gibt

Wir haben fünf Quellen geprüft, bei denen sich Voraussetzungen und Grenzen aus den Anbieterseiten belegen ließen: die Search Console, den Keyword Planner, Google Trends, die Autovervollständigung und den Ahrefs Keyword Generator. Die Tabelle fasst die Angaben zusammen:

Tool Voraussetzung Liefert Grenze
Search Console Kostenlos, Nachweis der eigenen Website Klicks, Impressionen, Klickrate und Position je Suchanfrage Nur Begriffe, bei denen Ihre Website schon erscheint
Google Keyword Planner Google-Ads-Konto mit Rechnungsdaten Ideen für neue Keywords, geschätzte Suchen pro Monat, Kosten Sehr kleine Begriffe lassen sich nicht ermitteln
Google Trends Kostenlos, ohne Konto Relative Popularität von 0 bis 100 im Zeitverlauf Keine absoluten Zahlen, es ist eine Stichprobe der Suchen
Google-Autovervollständigung Kostenlos, ohne Konto Formulierungen, die auf realen Suchen beruhen Kein Mengenmaß, abhängig von Sprache und Ort
Ahrefs Keyword Generator Kostenlos, bis zu zehn Begriffe je Suche Ideen mit Volumen und Schwierigkeit als Filter Schätzwerte, für eine Suche gedeckelt

AnswerThePublic, Ubersuggest und Semrush haben wir nicht bewertet, weil sich ihre Gratis-Grenzen nicht aus den Anbieterseiten bestätigen ließen, sie ändern sich außerdem laufend. Welche Begriffe überhaupt in Frage kommen, klärt der Ratgeber Keyword-Recherche für lokale Betriebe.

Eigene Auswertung: Was die Autovervollständigung taugt

Die Autovervollständigung ist das einfachste kostenlose Werkzeug, aber sie zeigt keine Mengen. Wir haben zu zehn Begriffen wie „Dachdecker“, „Badsanierung“ und „Elektriker Aachen“ die Vorschläge abgerufen, 90 Vorschläge neben den Ausgangsbegriffen, und ihnen das Volumen aus Ahrefs zugeordnet. Das Diagramm zeigt, woraus die Vorschläge bestehen:

Vorschläge mit Ort, Nähe, Notdienst33 % (30 von 90)Vorschläge zu Kosten, Förderung21 % (19 von 90)Vorschläge zu Wissen, Produkt20 % (18 von 90)Beruf, Material, Gerät26 % (23 von 90)Vorschläge mit ≥100 Suchen im Monat85 % (72 von 85)Ortsteile mit ≥100 Suchen0 % (0 von 7)

Anteil der 90 Vorschläge je Gruppe, Anteil der Vorschläge mit Volumenwert über 100 und Ortsteile zu „Elektriker Aachen“.

Gruppe der Vorschläge Anzahl Median Suchen/Monat
Ort, „in der Nähe“, Notdienst 30 (26 mit Wert) 425
Kosten, Förderung, Angebot 19 600
Wissen und Produkt 18 1.350
Beruf, Material, Gerät 23 (22 mit Wert) 475
Zum Vergleich: die zehn Ausgangsbegriffe 10 6.450

Zwei Dinge fallen auf. Erstens sind die Vorschläge je Ausgangsbegriff sehr unterschiedlich nützlich: Zu „Badsanierung“ gehörten 8 von 9 Vorschlägen zu Ort, Kosten oder Förderung, zu „Dachdecker“ dagegen 8 von 9 zu Beruf oder Material, etwa Gehalt, Ausbildung oder Schuhe, und zu „Rohrreinigung“ 7 von 9 zu Geräten. Zweitens schlägt Google kleine Orte vor, für die kaum Suchen gemessen werden: Bei „Elektriker Aachen“ standen sieben Ortsteile in der Liste, für Brand lag der Wert bei 10, für Laurensberg, Eilendorf und Burtscheid bei 0, für Walheim, Haaren und Richterich gab es keinen Wert. Vorschläge zeigen also echte Suchformulierungen, aber keine Menge. Wie sich viele solcher kleinen Begriffe auf wenigen Seiten bündeln lassen, beschreibt der Ratgeber Long-Tail-Keywords: Warum sie für lokale Betriebe oft mehr bringen. Die Einschränkungen: Es sind zehn Ausgangsbegriffe, die Gruppen haben wir selbst gebildet, Google berücksichtigt laut eigener Hilfe Sprache und Ort der Anfrage, und die Volumen sind Schätzungen aus Ahrefs.

Welches Tool für welche Aufgabe

Aus dem Test folgt eine Reihenfolge. Beginnen Sie mit der Search Console, weil sie als einzige Quelle echte Zahlen zu Ihrer Website liefert. Wie Sie dort Keyword-Ideen finden, beschreibt der Ratgeber Google Search Console für Keyword-Ideen nutzen. Nehmen Sie dann die Autovervollständigung für Formulierungen, sortieren Sie Beruf, Material und Gerät aus und prüfen Sie den Rest mit einem Volumen-Tool. Google Trends hilft, wenn Sie wissen wollen, wann im Jahr eine Leistung gefragt ist. Ein Beispiel aus dem Test: Die neun Vorschläge zu „Heizungswartung“ kommen zusammen auf 2.300 Suchen im Monat, der Ausgangsbegriff selbst auf 2.800. Der größte Vorschlag, „heizungswartung kosten“, liegt bei 700, der kleinste, „heizungswartung mieter“, bei 100. Vier der neun Vorschläge richten sich an Vermieter und Mieter, etwa „umlagefähig“ oder „Nebenkosten“, das ist eine eigene Zielgruppe mit eigener Frage. Die Tabelle zeigt die Aufgaben mit einem Beispiel:

Aufgabe Tool Beispiel für einen Heizungsbetrieb
Vorhandene Anfragen sehen Search Console Für welche Anfragen erscheint die Seite „Heizungswartung“ schon?
Formulierungen finden Autovervollständigung „heizungswartung steuerlich absetzbar“ als Ratgeberthema
Menge abschätzen Keyword Planner oder Generator „heizungswartung kosten“ im Vergleich zu „heizungswartung mieter“
Saison erkennen Google Trends Wann steigt das Interesse an Heizungswartung im Jahr?

Welche Absicht hinter einem Begriff steckt, bevor Sie eine Seite dafür anlegen, beschreibt der Ratgeber Suchintention verstehen. Für Formulierungen aus dem Alltag Ihrer Kunden passt der Ratgeber Häufige Kundenfragen als Content nutzen.

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Fazit: Kombinieren statt auswählen

Kostenlose Keyword-Tools reichen für einen lokalen Betrieb, wenn Sie sie kombinieren und jede Zahl als Schätzung lesen. Beginnen Sie diese Woche mit der Search Console und notieren Sie drei Anfragen, für die Ihre Website schon sichtbar ist. Ergänzen Sie dann pro Leistung die Vorschläge der Autovervollständigung und streichen Sie alles, was nicht zu einem Auftrag führt. Ob die Begriffe aus unserem Test bei Ihnen Anfragen bringen, belegt die Auswertung nicht. Wer die Recherche abgeben will, findet Unterstützung bei Content-Pflege.

Häufige Fragen

Welche kostenlosen Keyword-Tools reichen für lokale Betriebe?

Meist vier Quellen: die Search Console für vorhandene Suchanfragen, die Google-Autovervollständigung für Formulierungen, ein Volumen-Tool wie der Keyword Planner oder der Ahrefs Keyword Generator und Google Trends für die Saison. Keine Quelle ersetzt die anderen.

Zeigt die Autovervollständigung das Suchvolumen?

Nein. Laut Google spiegeln die Vorschläge reale Suchen, sind aber kein Mengenmaß. In unserem Test lagen die 85 Vorschläge mit Wert im Median bei 500 Suchen im Monat, 5 weitere hatten gar keinen Volumenwert.

Braucht der Keyword Planner ein Google-Ads-Konto?

Ja. Laut Google-Hilfe müssen Sie die Kontoeinrichtung samt Rechnungsdaten abschließen, um Funktionen wie Ideen für neue Keywords zu nutzen.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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