Ein Schema-Markup-Plugin liefert die Basis automatisch, aber nicht die lokalen Betriebsdaten: Seite, Brotkrumen, Artikel und Organisation entstehen von selbst, Telefonnummer, Öffnungszeiten und ein passender Geschäftstyp meist nicht. Manuell geprüft heißt, dass jemand die Ausgabe im Quelltext und im Rich Results Test kontrolliert und mit den sichtbaren Angaben abgleicht. Unsere Auswertung von 30 Betriebs-Websites zeigt den Unterschied: Von 8 Seiten mit erkennbarem Plugin-Markup hatte nur 1 einen lokalen Geschäftstyp und keine eine Telefonnummer, bei den 14 Seiten mit anderem Markup waren es 12 und 12.
Was SEO-Plugins automatisch erzeugen
Laut Googles Einführung in strukturierte Daten lässt sich in Systemen wie WordPress ein Plugin installieren, mit dem sich strukturierte Daten festlegen lassen. Wie weit das reicht, zeigt unsere eigene Website: Das SEO-Plugin erzeugt für jeden Ratgeber Artikel, Seite, Brotkrumen-Navigation, Website, Organisation und Autor, ohne dass wir Code schreiben. Der Rich Results Test meldet dafür vier gültige Elemente, nennt aber zugleich fehlende optionale Felder: beim Betriebseintrag telephone und priceRange, beim Artikel ein Bild. Ein Beispiel zur Einordnung: Das Plugin kennt die Adresse aus seinen Einstellungen, aber keine Telefonnummer, weil niemand sie dort eingetragen hat. Wie die Felder in WordPress zusammenhängen, erklärt unser Ratgeber zu den WordPress-SEO-Einstellungen.
Was ein Plugin nicht weiß
Ein Plugin kennt nur, was in seinen Einstellungen und Inhalten steht. Die Tabelle zeigt, wo die Automatik endet:
| Angabe | Was ein Plugin meist liefert | Was ein Mensch ergänzt |
|---|---|---|
| Seite, Brotkrumen, Artikel | Automatisch aus den Inhalten | Nur kontrollieren, etwa den Autor |
| Organisation mit Logo | Aus den Einstellungen des Plugins | Name, Logo und Profile pflegen |
| Lokaler Geschäftstyp | Meist nur allgemeine Organisation | Passende Unterart wie Electrician wählen |
| Telefonnummer, Öffnungszeiten | Nicht im Standard enthalten | Mit Ländervorwahl und strukturiert eintragen |
| Koordinaten, Preisspanne | Nicht im Standard enthalten | Mit fünf Dezimalstellen und kurzem Text ergänzen |
Welche Felder beim lokalen Geschäftstyp Pflicht und welche empfohlen sind, beschreibt unser Ratgeber zum LocalBusiness-Schema.
Eigene Auswertung: Plugin-Markup gegen anderes Markup
Wir haben bei 30 Betriebs-Websites aus lokalen Top-Treffern das Markup im HTML einem Erzeuger zugeordnet. 8 Seiten hatten gar kein JSON-LD, 8 trugen die Signatur eines SEO-Plugins (7 Yoast, 1 Rank Math), 14 hatten Markup, das sich keinem Plugin zuordnen ließ, etwa aus Theme, Baukasten, CMS-Erweiterung oder von Hand. Das Diagramm vergleicht diese beiden Gruppen:
Anteil der Seiten mit der jeweiligen Angabe im Markup. Hellgrün: 8 Seiten mit erkennbarem SEO-Plugin, dunkelgrün: 14 Seiten mit anderem Markup. Seiten ohne JSON-LD sind nicht enthalten.
Der Unterschied ist deutlich: Bei den Plugin-Seiten hatte nur eine einen lokalen Geschäftstyp, zwei gaben eine Adresse aus, und keine nannte Telefonnummer oder Öffnungszeiten. Bei den anderen vierzehn hatten zwölf einen lokalen Typ, Adresse und Telefonnummer, vier dazu Öffnungszeiten. Die Plugin-Seiten lieferten dafür Brotkrumen, Seite und Website, aber meist nur eine allgemeine Organisation. Drei Einschränkungen gehören dazu: Die Gruppen sind klein, „anderes Markup“ heißt nicht automatisch handgepflegt, und Einstellungen oder Zusatzmodule eines Plugins sind von außen nicht erkennbar. Praktisch heißt das für Betriebe mit Plugin: Die Basis steht, aber ob ein lokaler Geschäftstyp mit Betriebsdaten dabei ist, lässt sich nicht aus dem Plugin-Namen ableiten, sondern nur aus der tatsächlichen Ausgabe.
Wann das Plugin genügt und wann nicht
Ob die Automatik reicht, hängt weniger vom Plugin als vom Seitentyp ab. Die Tabelle ordnet ein, wo ein Plugin ohne Zutun auskommt und wo ein Mensch nachziehen muss:
| Seitentyp | Plugin genügt? | Was Sie prüfen |
|---|---|---|
| Ratgeberartikel | Ja, in der Regel | Autor, Titel und Datum |
| Leistungsseite | Ja, für die Basis | Brotkrumen und Seitentitel |
| Startseite und Kontaktseite | Nein, meist nicht | Lokalen Geschäftstyp mit Betriebsdaten ergänzen |
| Produkt im Webshop | Nur mit Produktfunktion | Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen |
Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb mit zwanzig Ratgeberartikeln und einer Kontaktseite braucht für die Artikel praktisch keine Handarbeit, weil das Plugin Titel, Autor und Datum aus dem Beitrag zieht. Für die Kontaktseite lohnt sich dagegen der gezielte Aufwand, denn dort entscheiden Telefonnummer und Öffnungszeiten über die Qualität der lokalen Angaben. Wer zusätzlich zum Plugin einen eigenen Block für denselben Typ ergänzt, sollte die Ausgabe danach auf Doppelungen prüfen, wie sie unser Ratgeber zu strukturierten Daten als typischen Fehler beschreibt.
Was manuell geprüft konkret heißt
Google rät in der Einführung, strukturierte Daten schon während der Entwicklung mit dem Rich Results Test zu prüfen und nach der Veröffentlichung die Rich-Result-Berichte zu beobachten, weil Markup durch Templates oder Auslieferung brechen kann. Für Betriebe bedeutet das fünf Schritte:
- Quelltext ansehen: Die Suche nach „ld+json“ zeigt, welche Typen das Plugin tatsächlich ausgibt, ohne dass man ihnen blind vertraut.
- Rich Results Test ausführen: Er meldet fehlende Pflicht- und optionale Felder, wie unser Ratgeber zum Rich Results Test erklärt, prüft aber nicht, ob Telefonnummer oder Koordinaten Googles Vorgaben entsprechen.
- Mit der sichtbaren Seite abgleichen: Name, Adresse und Öffnungszeiten im Markup müssen mit Impressum und Seite übereinstimmen, warum das zählt, zeigt der Ratgeber zur NAP-Konsistenz.
- Nach Änderungen erneut prüfen: Nach einem Plugin-Update, einem Umzug oder einer Änderung der Öffnungszeiten kann das Markup abweichen.
- Berichte der Search Console beobachten: Die Rich-Result-Berichte zeigen nach der Veröffentlichung, ob Elemente ungültig werden, wie sich das Konto dafür einrichten lässt, erklärt unser Ratgeber zur Search Console auf dem eigenen Konto.
Ein Beispiel zur Einordnung: Ein Betrieb ändert die Öffnungszeiten im Google-Profil und auf der Kontaktseite, das Plugin zieht die Zeiten aber aus einer alten Einstellung. Erst der Blick in den Quelltext zeigt die Abweichung, die der Test nicht meldet.
Interaktiv: Was sollten Sie bei Ihrem Markup prüfen?
Wählen Sie, wie Ihr Markup entsteht:
Fazit: Plugin für die Basis, Mensch für die Details
Ein Plugin spart bei Schema-Markup viel Arbeit und liefert eine saubere Basis, die lokalen Betriebsdaten bleiben aber meist Handarbeit. Wer die Ausgabe im Quelltext und im Rich Results Test kontrolliert und die Angaben mit der sichtbaren Seite abgleicht, ersetzt den blinden Verlass auf die Automatik durch eine Prüfung, die tatsächlich Lücken findet. Wie Markup grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Ratgeber zu strukturierten Daten.