Ratgeber

Content-Pflege: Wie oft sollten bestehende Seiten aktualisiert werden?

Oktober 15, 2026 5 Min. Lesezeit

Bestehende Seiten sollten Sie nach Inhaltsart aktualisieren: Preise quartalsweise, Förderungen und Vorschriften bei Änderung, Leistungsseiten mindestens jährlich, Referenzen nach jedem Projekt. Bei der Content-Pflege Häufigkeit gibt Google kein Intervall vor, es empfiehlt aber ein sichtbares Aktualisierungsdatum. Bei den 19 Betriebs-Websites mit auswertbarer Sitemap waren auf 7 mehr als die Hälfte der Seiten seit über zwei Jahren unverändert, zwei Websites hatten seit mehr als zwei Jahren überhaupt nichts geändert. Ob häufigere Pflege mehr Anfragen bringt, zeigen diese Zahlen nicht.

Was Google zu Aktualisierungen sagt

Die Seite Datumsangaben in der Google-Suche beeinflussen nennt weder eine Frist noch einen Rhythmus. Sie empfiehlt ein sichtbares Datum, beschriftet etwa mit „Zuletzt aktualisiert“, und bei Artikeln die Felder datePublished und dateModified in den strukturierten Daten. Beide Angaben sollten übereinstimmen. Google nutzt mehrere Faktoren, um zu schätzen, wann eine Seite veröffentlicht oder wesentlich aktualisiert wurde, ein einzelner Datumswert entscheidet also nicht. Wer nur das Datum ändert, ohne den Inhalt zu prüfen, pflegt nichts. Wie strukturierte Daten funktionieren, erklärt der Ratgeber Strukturierte Daten einfach erklärt.

Eigene Auswertung: Wie aktuell sind Betriebs-Websites?

Wir haben bei 26 Betriebs-Websites die Sitemap abgerufen und, wo vorhanden, das Änderungsdatum aller Seiten ausgewertet. Bei 19 Websites war das möglich, bei 7 nicht. Das Diagramm zeigt, wann auf einer Website zuletzt irgendeine Seite geändert wurde:

Bis 6 Monate53 % (10 von 19)7 bis 12 Monate32 % (6 von 19)13 bis 24 Monate5 % (1 von 19)Länger als 24 Monate11 % (2 von 19)

Alter der zuletzt geänderten Seite je Website, 19 Betriebs-Websites mit auswertbarer Sitemap.

Bei 10 Websites wurde in den letzten sechs Monaten etwas geändert, bei zwei Websites seit mehr als zwei Jahren nicht. Das sagt aber nur, dass irgendeine Seite angefasst wurde. Aussagekräftiger ist, wie viele Seiten veraltet sind:

Anteil der Seiten, die seit über zwei Jahren unverändert sind Websites
Mehr als die Hälfte 7
1 bis 50 Prozent 5
Keine 7

Auf 7 der 19 Websites sind mehr als die Hälfte der Seiten seit über zwei Jahren unverändert, auf drei davon mindestens 96 Prozent. Ein zweiter Hinweis ist das Copyright-Jahr im Seitenfuß, das wir bei 16 Websites gefunden haben: Bei 8 steht das laufende Jahr, bei 7 ein Jahr, das mindestens sechs Jahre zurückliegt. Die Einschränkungen: Das Änderungsdatum einer Sitemap hängt vom Redaktionssystem ab, bei 5 Websites tragen alle Seiten dasselbe Datum, vermutlich weil die Seite neu aufgebaut wurde, und ein altes Copyright-Jahr kann auch bei gepflegten Seiten stehen bleiben. Die Zahlen zeigen, wie viel Pflege sichtbar ist, nicht, wie viel nötig wäre.

Der Rhythmus nach Inhaltsart

Nicht alle Inhalte altern gleich schnell. Je mehr eine Angabe von Preisen, Vorschriften oder Personen abhängt, desto öfter sollten Sie sie prüfen. Die Tabelle ist unsere Empfehlung, keine Vorgabe von Google:

Inhalt Rhythmus (unsere Empfehlung) Warum
Preise und Preisspannen Quartalsweise Material- und Lohnkosten ändern sich, eine veraltete Angabe schadet dem Vertrauen
Förderungen, Vorschriften Bei Änderung, mindestens halbjährlich Falsche Auskünfte zu Gas, Strom oder Förderung sind riskant
Leistungsseiten Mindestens jährlich Ablauf, Team, Fotos und Zahlen veralten
Referenzen Nach jedem Projekt Frische Beispiele zeigen, dass der Betrieb arbeitet
Ratgeber Bei Änderungen, sonst jährlich prüfen Zahlen und Quellen müssen stimmen
Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Team Sofort bei Änderung Falsche Angaben kosten direkt Anfragen

Der Rhythmus für Preise passt zu dem, was der Ratgeber Preise auf der Website nennen empfiehlt, und die Zahlen auf Leistungsseiten gehören zum Aufbau, den der Ratgeber Leistungsseite schreiben beschreibt. Den Google-Unternehmensprofil-Eintrag sollten Sie im selben Zug prüfen, wie der Ratgeber Google-Unternehmensprofil pflegen zeigt.

Was bei einer Prüfung passiert

Eine Prüfung ist kein Neuschreiben. Gehen Sie eine Liste durch: Stimmen Preise, Zahlen und Jahresangaben, stehen Ansprechpartner und Kontaktdaten richtig, funktionieren die Links, passen die Fotos noch, und gibt es neue Projekte für die Referenzen? Zeitangaben wie „seit 20 Jahren“ altern von allein, ein festes Gründungsjahr nicht. Das Beispiel zeigt drei typische Fälle (die Formulierungen sind erfunden):

Vorher Nachher (Beispiel)
„Wir sind seit 20 Jahren am Markt.“ (steht seit Jahren unverändert) „Seit 1998 am Markt“ (Gründungsjahr bleibt richtig)
„Heizungswartung ab 99 Euro“ (Preis aus dem Vorjahr) „Heizungswartung pauschal 129 Euro brutto, Preis geprüft im aktuellen Quartal“
„Unser Team besteht aus 4 Mitarbeitern.“ „Unser Team: Meister Müller und 5 Gesellen, vorgestellt mit Foto“

Wer auf die Seite sieht, sollte erkennen, dass sie gepflegt wird: ein „Zuletzt aktualisiert“ mit Datum, wie Google es empfiehlt, und neue Referenzen. Wer die Pflege nicht selbst übernehmen will, findet Unterstützung unter Content-Pflege, und woher neue Inhalte kommen, zeigt der Ratgeber Häufige Kundenfragen als Content nutzen.

Halten Sie jede Prüfung kurz fest, damit nichts doppelt oder gar nicht geprüft wird. Ein Protokoll mit drei Spalten genügt: Seite, geprüfte Punkte, Ergebnis. Zum Beispiel: „Heizungstausch, Preis und Förderhinweis, Preis um 50 Euro angehoben“ oder „Über uns, Team und Foto, neuer Geselle ergänzt“. Das Protokoll zeigt Ihnen nach einem Jahr, welche Seiten sich oft ändern, und welche Sie seltener prüfen können.

Rechner: Ihr Pflegeaufwand

Stellen Sie Ihre Seiten ein. Der Rechner nimmt an, dass Leistungsseiten vierteljährlich, Ratgeber einmal im Jahr und Referenzen je Projekt gepflegt werden, die Minuten je Prüfung können Sie verändern:

Ihr Pflegeaufwand pro Jahr

Fazit: Nach Inhaltsart pflegen statt nach Kalender

Es gibt keine Google-Frist für Aktualisierungen, aber veraltete Preise, Zahlen und Kontaktdaten schaden Besuchern, und bei den geprüften Betrieben war bei 7 von 19 Websites mehr als die Hälfte der Seiten über zwei Jahre alt. Legen Sie feste Prüftermine nach Inhaltsart fest, ändern Sie Datum und Inhalt gemeinsam und zeigen Sie das Aktualisierungsdatum. Beginnen Sie mit dem Bereich, der sich am schnellsten ändert: den Preisen. Ob häufigere Pflege mehr Anfragen bringt, belegt unsere Auswertung nicht.

Häufige Fragen

Wie oft sollten bestehende Seiten aktualisiert werden?

Google nennt in den gelesenen Dokumenten kein Intervall. Sinnvoll ist ein Rhythmus je Inhaltsart: Preise und Fakten quartalsweise, Leistungsseiten mindestens jährlich, Referenzen nach jedem Projekt, Ratgeber bei Änderungen. Bei 7 von 19 geprüften Websites waren mehr als die Hälfte der Seiten seit über zwei Jahren unverändert.

Soll ich ein Aktualisierungsdatum anzeigen?

Google empfiehlt ein sichtbares Datum mit Beschriftung wie „Zuletzt aktualisiert“ und bei Artikeln das Feld dateModified in den strukturierten Daten. Beide Angaben sollten übereinstimmen.

Reicht es, nur das Datum zu ändern?

Nein. Google schätzt anhand mehrerer Faktoren, wann eine Seite wesentlich aktualisiert wurde. Ein geändertes Datum ohne geänderten Inhalt ist keine Pflege und täuscht Besucher.

Zur Zusammenarbeit

Was kostet das?

Eine Website mit eingerichtetem Google-Unternehmensprofil beginnt bei 1.890 €. Mit vier eigenen Leistungsseiten bei 3.490 €. Die laufende Betreuung kostet ab 490 € im Monat und ist monatlich kündbar. Alle Positionen einzeln finden Sie unter Preise.

Wie lange dauert es, bis ich etwas merke?

Das Google-Unternehmensprofil wirkt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen — dort kommen die ersten Anrufe her. Eigene Leistungsseiten brauchen drei bis sechs Monate, bis sie stabil ranken. Wer Ihnen Ergebnisse in zwei Wochen verspricht, verkauft Ihnen Anzeigen oder erzählt Ihnen etwas.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die einmalige Erstellung ist ein abgeschlossenes Projekt. Die laufende Betreuung ist monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Kündigungsfrist über den Monat hinaus.

Was muss ich selbst dazu beitragen?

Ein bis zwei Stunden Ihrer Zeit. Wir brauchen Fotos aus Ihrem Betrieb, realistische Preisspannen und die Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon stellen. Die Texte schreiben wir, Sie prüfen sie fachlich — das muss ohnehin über Ihren Tisch.

Wem gehört die Website am Ende?

Ihnen. Domain, Hosting-Zugang, Inhalte und alle Konten laufen auf Ihren Namen — auch wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Sie bekommen keine Mietlösung, aus der Sie nicht herauskommen.

Und wenn es nicht funktioniert?

Dann sehen Sie das als Erstes, nicht wir. Die Google Search Console richten wir auf Ihrem eigenen Konto ein. Dort steht, für welche Suchanfragen Sie erscheinen und wie oft geklickt wird — in Ihren Daten, nicht in unserem Bericht. Und die Betreuung können Sie zum Monatsende beenden.

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