Die kurze E-E-A-T Erklärung: E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust, auf Deutsch Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist kein Ranking-Faktor und kein Punktwert, sondern ein Maßstab dafür, ob ein Inhalt von jemandem stammt, dem man vertrauen kann. Vertrauen ist dabei der wichtigste der vier Bausteine. Bei 28 Betriebs-Websites, die wir geprüft haben, nannten nur 3 alle vier Kernsignale, 6 kein einziges.
Was E-E-A-T bedeutet: die vier Bausteine
Die Abkürzung stammt aus den Richtlinien für Qualitätsprüfer, die Google veröffentlicht. Dort wird jeder Baustein an einem Beispiel erklärt, und eines davon kommt direkt aus dem Handwerk: Wem würde man bei Elektroarbeiten im Haus eher glauben, einem Elektriker mit Ausbildung oder einem Altbau-Liebhaber ohne Elektrokenntnisse? Die Tabelle übersetzt die vier Bausteine in Beispiele für Betriebe:
| Baustein | Die Frage dahinter | Beispiel Handwerksbetrieb |
|---|---|---|
| Experience (Erfahrung) | Hat der Autor die Sache selbst gemacht? | Bericht über eine Heizungssanierung mit Baujahr, Ort und Dauer |
| Expertise (Fachwissen) | Hat er das nötige Wissen oder die Ausbildung? | Meisterbrief, Gebäudeenergieberater, Name des Prüfers |
| Authoritativeness (Autorität) | Gilt der Betrieb als erste Adresse für das Thema? | Innung, Kammer, Erwähnung durch Hersteller oder Verband |
| Trust (Vertrauen) | Kann man sich auf Aussagen und Betrieb verlassen? | Vollständiges Impressum, feste Preise, echte Bewertungen |
Nicht jeder Inhalt muss alle vier Bausteine zeigen. Etwa braucht eine Preisliste vor allem Vertrauen und ein Erfahrungsbericht über eine Badsanierung vor allem Erfahrung. Die Richtlinien betonen, dass es auf Zweck und Thema der Seite ankommt.
Ist E-E-A-T ein Ranking-Faktor?
Nein. Googles Leitfaden Hilfreiche, zuverlässige, nutzerorientierte Inhalte erstellen sagt ausdrücklich, dass E-E-A-T selbst kein einzelner Ranking-Faktor ist. Die automatischen Systeme nutzen vielmehr eine Mischung aus Signalen, die Inhalte mit guter E-E-A-T erkennen helfen. Die Qualitätsprüfer, nach deren Richtlinien der Begriff benannt ist, verteilen auch keine Punkte an einzelne Seiten: Laut den Richtlinien kann keine einzelne Bewertung beeinflussen, wie eine bestimmte Seite in Google erscheint. Die Bewertungen dienen dazu zu messen, wie gut die Suchsysteme arbeiten.
Daraus folgt: Es gibt keine Einstellung, kein Plugin und kein Siegel, das E-E-A-T „einschaltet“. Wer einen E-E-A-T-Wert für Ihre Website verkauft, verkauft eine Schätzung, keine Zahl von Google. Sinnvoll ist stattdessen die Frage, ob ein Besucher auf Ihrer Seite erkennen kann, wer Sie sind und warum er Ihnen glauben sollte.
Warum Vertrauen der wichtigste Baustein ist
Die Richtlinien begründen es so: Eine nicht vertrauenswürdige Seite hat eine niedrige E-E-A-T, egal wie erfahren, fachkundig oder bekannt sie wirkt. Das Beispiel dort ist ein Finanzbetrug, den ein sehr erfahrener Betrüger betreibt. Vertrauen hängt außerdem vom Thema ab. Bei Themen mit hohem Schadensrisiko für Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit, die Google „Your Money or Your Life“ nennt, müssen Informationen besonders zuverlässig sein. Für Betriebe kann das etwa bei Gas, Strom, Heizung und Brandschutz zutreffen, wo ein falscher Rat Menschen gefährden kann.
Konkret heißt Vertrauen auf einer Betriebs-Website: nachprüfbare Angaben statt Floskeln, Firmendaten, die überall übereinstimmen, wie der Ratgeber zur NAP-Konsistenz zeigt, und konkrete Preise und Fakten, wie der Ratgeber zur Zitierfähigkeit erklärt. Die Gegenüberstellung zeigt, wie aus Behauptungen überprüfbare Aussagen werden (die Formulierungen sind Beispiele):
| Behauptung | Überprüfbare Fassung |
|---|---|
| „Langjährige Erfahrung“ | „Seit 1998 in Köln-Ehrenfeld, vier Gesellen, ein Elektromeister“ |
| „Zertifizierte Fachkräfte“ | „Mitglied der Elektro-Innung, Prüfung nach DIN VDE 0100-600“ |
| „Zufriedene Kunden“ | „Heizungstausch im Einfamilienhaus, drei Tage, Preis wie im Angebot“ |
| „Ihr Ansprechpartner“ | „Meister Peter Beispiel, Telefon direkt, Foto“ |
Eigene Auswertung: Wie viele Betriebe belegen ihre Erfahrung?
Wir haben bei 28 Betriebs-Websites aus Elektro, Sanitär und Heizung, Maler, Dach und Tischlerei in mehreren deutschen Großstädten geprüft, welche Vertrauenssignale auf der Website stehen. Ausgewertet wurden bis zu 13 Seiten je Website mit Mustersuche und anschließender Sichtprüfung jedes Treffers. Das Diagramm zeigt die Anteile:
Anteil der 28 Betriebs-Websites mit dem jeweiligen Signal. Bei 5 Websites wurde nur die Startseite ausgewertet.
Drei Viertel (21 von 28) nennen eine Zahl zur Erfahrung, etwa das Gründungsjahr, „seit 25 Jahren“ oder „dritte Generation“. Ein Meistertitel steht bei 15, eine Person mit Namen und Rolle bei 11. Am seltensten ist ein benannter Beleg: Nur 6 von 28 nennen eine Innung, eine Kammer oder ein Zertifikat beim Namen, vier weitere schreiben „zertifiziert“, ohne zu sagen, wonach oder durch wen. Sechs Websites nennen keines der vier Kernsignale, nämlich Erfahrungszahl, Meistertitel, Person und benannten Beleg:
| Signale von 4 (Erfahrung, Meister, Person, Zertifikat) | Websites | Anteil |
|---|---|---|
| Alle 4 | 3 | 11 % |
| 3 | 9 | 32 % |
| 2 | 4 | 14 % |
| 1 | 6 | 21 % |
| Keines | 6 | 21 % |
Die Kundenseite ist ähnlich dünn: Kundenstimmen zeigten nur 2 von 29 Websites, wie die Auswertung im Ratgeber Bewertungen und KI-Empfehlungen beschreibt. Drei Einschränkungen: Die Stichprobe ist klein und regional, ein fehlendes Signal kann auf einer nicht geprüften Unterseite stehen, und ein Innungsportal, das in der früheren Stichprobe von 29 Websites enthalten war, haben wir hier herausgenommen, weil es keinen einzelnen Betrieb zeigt. Ob ein Signal das Ranking beeinflusst, sagt die Auswertung nicht, sie zeigt nur, wie oft Betriebe es überhaupt liefern.
Selbstcheck: Was fehlt Ihrer Website?
Haken Sie an, was auf Ihre Website zutrifft. Die ersten vier Punkte entsprechen den Kernsignalen der Auswertung:
Was Sie als Betrieb konkret umsetzen
Google stellt in seinem Leitfaden drei Fragen, an denen sich jeder Inhalt prüfen lässt:
| Frage von Google | Was sie meint | Beispiel für Ihre Website |
|---|---|---|
| Wer? | Ist erkennbar, wer den Inhalt erstellt hat? | Ratgeber mit Autorenzeile und Link auf die Teamseite |
| Wie? | Ist erkennbar, wie der Inhalt entstanden ist? | Hinweis, wenn Texte mit KI-Hilfe erstellt wurden |
| Warum? | Soll der Inhalt vor allem Menschen helfen? | Antwort auf eine echte Kundenfrage statt Suchbegriff-Seite |
- Eine Über-uns-Seite mit Belegen anlegen: Gründungsjahr, Inhaber und Mitarbeiter mit Name, Rolle und Qualifikation, Innung und Zertifikate mit Namen. Jede dieser Angaben ist in einem Satz überprüfbar, wie der Ratgeber Über-uns-Seite: Warum sie für E-E-A-T wichtiger ist, als viele denken mit einer Auswertung von 20 Seiten zeigt.
- Eigene Arbeit zeigen: Referenzen mit Ort, Leistung und Dauer, möglichst mit eigenen Fotos statt Stockmaterial, wie der Ratgeber zu eigenen Fotos begründet.
- Texte selbst verantworten: Ratgeber mit Autorenzeile und Fachbezug versehen, statt Textbausteine zu übernehmen, worum es im Ratgeber Website-Texte schreiben lassen geht.
Wer die Angaben nicht selbst pflegen will, findet unter Content-Pflege unsere Unterstützung. Ein Beispiel für die Reihenfolge: Ein Elektrobetrieb mit leerer Über-uns-Seite ergänzt zuerst Gründungsjahr und Innung, dann den Meister mit Foto und Namen, zuletzt drei Referenzen mit Ort und Dauer. Das ist überschaubarer Aufwand und ersetzt vage Aussagen durch Belege.
Fazit: Belege statt Behauptungen
E-E-A-T ist kein Hebel, den man umlegt, sondern der Maßstab, an dem Google und Ihre Kunden prüfen, ob Sie vertrauenswürdig wirken. Weil Vertrauen der wichtigste Baustein ist, lohnen sich überprüfbare Angaben mehr als Eigenlob: Gründungsjahr, Namen, Qualifikation, Mitgliedschaften und echte Referenzen. Die Auswertung zeigt, wie ungleich das gelingt: Drei Betriebe nennen alle vier Kernsignale, sechs keines.